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Sex-Tipp der besonderen Art: Wie eine Schwärmerei die Beziehung verbessert

In Langzeit-Beziehungen nimmt die Sex-Frequenz häufig ab. Um das zu ändern, müssen Sie sich einfach in einen anderen vergucken: Denn schwärmen Frauen für einen anderen Mann, haben sie angeblich mehr Sex - und zwar mit ihrem Partner.

Eine Frau schaut hingerissen auf ein Bild von George Clooney

Ach, George ... Auch wenn er unerreichbar ist, schleicht sich Herr Clooney immer wieder in weibliche Tagträume

Über Monogamie wird viel und gerne gestritten. Ist es gegen unsere Natur, mit nur einem Menschen zusammen zu sein und die romantische Liebe bloß ein gesellschaftliches Konstrukt? Müssen Menschen - nein, eher Männer - nicht zwangsläufig mit mehr als einer Frau schlafen, um wirklich befriedigt zu sein?  Und ist eine Beziehung automatisch zu Ende, wenn sich einer der Partner in jemand anderen verliebt?


Nein, sagt zumindest eine amerikanische Studie - und geht sogar noch weiter: Laut Forschern der Columbia University und der University of Kentucky-Lexington kann es einer Partnerschaft sogar gut tun, wenn eine dritte Person involviert ist. Sie befragten 160 Frauen, die bereits seit mindestens drei Jahren eine stabile Beziehung führen. 70 Prozent der Befragten gaben an, sich während ihrer Beziehung schon mal in einen anderen Mann verguckt zu haben. Diese Verliebtheit hat laut der Frauen aber im Großteil der Fälle keine Auswirkungen auf ihre Beziehung gehabt - und wenn, dann eine positive! Sie hätten in dieser Zeit nämlich mehr Sex mit ihrem Partner gehabt. Die Forscher begründen diese Entwicklung mit einer Übertragung des sexuellen Begehrens auf die eigene Beziehung.

Appetit holt man sich woanders …

Soweit die Studie. Aber kann das Interesse an einer dritten Person wirklich zu einer Verbesserung der Zweierbeziehung führen? Ja, sagt auch Beziehungsexpertin Nina Deißler. Zumindest was das gemeinsame Sexleben betrifft, könne sich eine Schwärmerei positiv auswirken. "Nach ein paar Jahren Beziehung ist es nicht unüblich, dass man deutlich weniger Sex miteinander hat, als in der Anfangszeit", so Deißler. "Das ist nicht zwangsläufig schlimm, da die Sexualität zu Beginn genährt wird von der Neugier auf das Neue aber auch so eine Art Reviermarkierung ist. Ist man sich des Partners irgendwann sicher, lässt das oft nach."

Gleichzeitig habe Sex aber eine sehr positive Auswirkung auf das gemeinsame Leben, da dabei die glücklich machenden Hormone Oxytocin und Dopamin ausgeschüttet werden und dafür sorgen, dass man den Partner in einem positiveren Licht wahrnimmt. Wer also viel Sex hat, kritisiert seinen Partner weniger, was wiederum die Stimmung zu Hause deutlich hebt.

… aber gegessen wird zu Hause

Männer sollen im Schnitt mehr als doppelt so oft an Sex denken wie Frauen. Wenn eine Frau nun aber für jemanden schwärmt, denkt auch sie wieder häufiger an Sex und kommt in Stimmung, erläutert Deißler. "Die Schwärmerei weckt sexuelle Fantasien - und wenn eine Frau die schon mal hat, ist sie offener für Sex - auch und gerade mit dem eigenen Partner."

Unwichtig sei dabei, ob es sich bei dem neuen Schwarm um einen Promi oder eine Person aus dem Alltag der Frau, zum Beispiel einen Kollegen, handele. "Bei der Schwärmerei für einen eher 'unerreichbaren' Menschen ist es natürlich für den Partner sicherer, doch müssen wir uns auch klar machen: Treue ist ein Konzept, dass wir Menschen etabliert haben, um einem sehr menschlichen Gefühl zu begegnen - der Eifersucht", sagt Deißler. Und die sei nie gut für eine Beziehung. Für die Liebesexpertin spricht also nichts gegen einen harmlosen Sommerflirt - kleine Flunkereien inklusive: "Wenn in einer Beziehung sonst alles stimmt, wird eine Schwärmerei auch für den Nachbarn oder den Kollegen nicht mit dieser Person ausgelebt, sondern mit dem Partner. Das muss er allerdings nicht unbedingt wissen, oder!?"

 

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