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d-magazin: HOLZKÖPFE MIT HERZ

Florian in der Beeck brachte Kids in den USA das Tischlern bei

Mit seiner Zimmermannslehre war Florian in der Beeck gerade fertig, als ihn die Reiselust packte: »Ich wollte in die USA, etwas mit Holz machen und dabei mit Menschen zu tun haben«, erzählt der 22-Jährige. Mit dem Parlamentarischen Patenschaftsprogramm kam er in die Kleinstadt Spokane/Washington und fand dort mit Hilfe seines Gastvaters ziemlich schnell einen Praktikumsplatz beim Educational Service District, einer Berufsbildungsstätte für sozial gefährdete Jugendliche. Anfangs hatte Florian einige Probleme, sich durchzusetzen. Ein polizeibekannter Gangster, kaum älter als er, drohte ihm gar Prügel an, weil er keine Holzkisten streichen wollte, schon gar nicht unter Anleitung eines Deutschen. Doch schließlich kehrte Frieden ein, und die Erfolgserlebnisse überwogen: Kubanischen und russischen Einwandererkindern, die kaum Englisch sprachen, konnte Florian zum Beispiel zeigen, wie man eine Kreissäge benutzt oder eine Tür einbaut, damit sie später einen Job finden. Am Ende renovierte er mit ihnen ein komplettes Feriencamp. »Was ich nicht an Geld bekommen habe, habe ich an Erfahrung gewonnen«, sagt Florian. Er absolviert jetzt seinen Zivildienst in einer Einrichtung für lernschwache Jugendliche und arbeitet dort mit ihnen - natürlich in der Tischlerei.

Marion Schmidt

Praktikum in den USA

Wie bekomme ich ein Praktikum in den USA?

Über eine Organisation oder persönliche Kontakte. Die besten Chancen haben Studenten. Infos gibt¿s bei den Amerika-Häusern (Adressen im Oskar¿s Traveller) oder im Netz: www.praktikum-service.de und www.rsinternships.com, für Jobs im Silicon Valley www.germany-usa.com oder bei der Uno www.uno.de/praktika/index.htm

Brauche ich eine Arbeitserlaubnis?

Ja. Man erhält sie am einfachsten über eine vom US State Department autorisierte Organisation (Kosten zwischen 500 und 1000 Mark). Da es für amerikanische Firmen sehr aufwändig ist, eine Arbeitserlaubnis für ausländische Praktikanten zu besorgen, kommt man ohne Organisation oft nur über persönliche Kontakte oder bei deutschen Firmen an einen Praktikumsplatz. Die Arbeitserlaubnis gilt immer nur für ein konkretes Praktikum, der Platz muss also schon feststehen, bevor das Visum beantragt wird (spätestens sechs Wochen vor Abreise).

Wie muss ich mich bewerben?

Mit Anschreiben (cover letter) und tabellarischem Lebenslauf (r?sum?), ohne Foto . Im Anschreiben sollte stehen, welche Organisation die Arbeitserlaubnis vermittelt. In den USA ist es üblich, sich per E-Mail zu bewerben. Infos unter: www.collegegrad.com/resumes

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