ENGLISCH Mangelnde Sprachkenntnisse bei Studienbewerbern


Die Sprachkenntnisse von angehenden Englisch-Studenten werden immer schlechter. Erste Unis verlangen von den Bewerbern bald den bekannten TOEFL-Sprachtest.

Die Universitäten in Niedersachsen klagen zunehmend über mangelnde Sprachkenntnisse von Studienbewerbern. Aus diesem Grund verlangen die Universitäten Oldenburg und Hannover von den Englisch-Studenten vom kommenden Wintersemester an einen internationalen Sprachtest, den so genannten TOEFL.

Im Studium soll man nicht die Sprache erlernen

Wie eine dpa-Umfrage ergeben hat, sind auch andere Hochschulen mit den sprachlichen Vorkenntnissen der Studienanfänger unzufrieden. »Um bei den englischsprachigen Veranstaltungen mithalten zu können, muss man schon eine solide Sprachkompetenz mitbringen«, sagte Detlef Stark vom Englischen Seminar der Universität Hannover. Grund für die Einführung der Hürde seien die weit auseinanderklaffenden Englischkenntnisse der Studienbewerber. »Die Konzeption des Anglistik-Studiums wird oft missverstanden: Viele denken, hier würde man hauptsächlich die Sprache lernen. Tatsächlich geht es aber um englische Literatur-, Kultur- und Sprachwissenschaften.«

Bei vielen fehlen die Voraussetzungen

Auch die Universität Oldenburg will den Test vom nächsten Wintersemester an zur Voraussetzung machen. Wie Gerhard Harms, Pressesprecher der Hochschule, sagte, sind auch Nebenfach-Studenten betroffen. Bisher gab es in Oldenburg einen internen Test nach dem ersten Semester. Dieser habe sich aber nicht bewährt, sagte Harms. »Bei vielen Studenten reichen die Voraussetzungen nicht.«

Die Technische Universität (TU) Braunschweig will sich weiterhin auf interne Eignungstests vor Studienbeginn verlassen. Die Vorkenntnisse der Studienbewerber seien aber sehr unterschiedlich, sagte Anglistik-Professor Claus Gnutzmann. »Das Spektrum ist sehr breit. Studienanfänger, die vor dem Studium im Ausland waren, haben einen Vorsprung.«

In Göttingen TOEFL nur für weiterführende Studiengänge

An der Universität Göttingen hätten sich »diagnostische Einstufungstest« für Studienanfänger bewährt, sagte Pressesprecherin Marietta Fuhrmann-Koch. Den TOEFL gibt es in Göttingen nur für weiterführende, englischsprachige Studiengänge wie Molekularbiologie. Die Universität Osnabrück denkt bisher nicht über die Einführung des TOEFL-Tests nach. Der Numerus Clausus (NC) reiche als Auswahlkriterium aus, sagte Marion Roitzheim-Eisfeld vom Studierenden-Sekretariat.

TOEFL bisher nur für Auslandsstudenten verpflichtend

Der TOEFL-Test wird zur Zeit nur in Berlin, Frankfurt, Hamburg und München angeboten und kostet 110 US-Dollar (125 Euro). Hinter dem Kürzel verbirgt sich der »Test of English as a Foreign Language«. Bisher war die an amerikanischen Universitäten entwickelte Prüfung nur für Auslandsstudenten verpflichtend.


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