HOME

ERFAHRUNGEN: EIN JAHR AMERIKA

Schwimmen, Babysitten, Theaterspielen - vier Schüler berichten von ihren Erfahrungen in den USA.

Ins Wasser, Marsch!

Eigentlich wollte ich hier in Port Richey, Florida, ein bisschen Leichtathletik machen, aber dafür ist es mir viel zu heiß. Gut, dass ich so gern schwimme. In Deutschland bin ich in einem Verein, hier war ich Mitglied des High School Swim Teams. Leider war die Saison schon im Oktober vorbei. Aber wir haben es bis zum State Meet geschafft, dem Treffen der besten High-School-Schwimmer aus ganz Florida, und sind auf Platz 34 gelandet. Ich lebe mit zwei anderen Austauschschülerinnen zusammen, mit Mira aus Holland und Ingvill aus Norwegen. Für meine Gasteltern kein Problem, denn sie nehmen schon seit 15 Jahren Austauschschüler auf.

Das war ein Theater

Als der Vorhang hochging, waren wir alle froh, endlich loslegen zu dürfen. Drei Monate lang hatte die Musicalgruppe meiner High School für die »West Side Story« geprobt, am Schluss bis zu acht Stunden pro Tag. Ich spielte ein Mitglied der Bande »Jets«. Für eine Hauptrolle hätte ich mich auch gern beworben, aber das Singen war nicht so meine Sache. Dafür machte mir das Tanzen umso mehr Spaß. Erstmals vor 300 Zuschauern aufzutreten machte mich natürlich zunächst nervös, doch das legte sich schnell nach der ersten Szene. Mittlerweile bin ich ganz begeistert vom Theater und spiele seit meiner Rückkehr auch in Deutschland regelmäßig.

Tante auf Zeit

Das wohl Spannendste an meinem Austausch-Jahr in Ohio war die Schwangerschaft meiner Gastschwester Charisse. Sie war nur ein knappes Jahr älter als ich, das war für mich schon etwas seltsam. Zwei Wochen bevor ich in die USA fliegen sollte, bekam ich eine Mail von meiner zukünftigen amerikanischen Mom, in der sie mir die Neuigkeit mitteilte. Im März darauf wurde dann das Kind geboren, fünf Tage nach Charisses 18. Geburtstag; ein sehr süßer Junge names Dylan. Meine Gastschwester ist eine sehr mitteilungsfreudige Person: Ich weiß jetzt mehr über Schwangerschaften, als mir lieb ist, und wo man in Amerika die besten Babysachen einkaufen kann. Es ist übrigens sehr nett, jemanden mit einem Baby zu kennen, aber ich selbst will auf jeden Fall noch keins.

Neuer Name, neuer Sport

Über zwei Monate habe ich mich bemüht, meinen neuen Freunden die korrekte Aussprache des Namens »Petra« beizubringen. Nach zahllosen misslungenen Versuchen, die von Spucken und Husten begleitet waren und angeblich sogar Halsschmerzen verursachten, haben wir uns schließlich auf »Pete« geeinigt. Nur mein bester Freund Luke hatte es nach neun Monaten dann doch noch geschafft. Neben meinem neuen Namen habe ich auch noch eine neue Sportart gelernt. Da meine Leistungen nicht für das Volleyballteam der Schule reichten, versuchte ich einfach Bowling. Nach anfänglicher Frustration bemerkten wir Neulinge, dass wir doch nicht so untalentiert waren. Unserem Coach gelang es in drei Monaten, den Durchschnitt der IB Tigers, so hieß unser Team, deutlich zu steigern. Gewonnen haben wir zwar trotzdem nie, aber ich bin froh, dass ich zum Team gehören durfte.

Wissenscommunity