Expertentipps Nehmen Sie Ihr Kind ernst


Das Lernpensum in der Schule ist die eine Seite - was aber passiert nachmittags zu Hause? Sieben Tipps vom Experten, wie Sie Ihren Nachwuchs richtig unterstützen.

1. Loben, loben, loben

Fleiß muss honoriert werden. Am besten durch differenziertes Lob, keinesfalls durch allgemeines Schönreden. Maßstab ist dabei nicht die Note, sondern der Einsatz. Egal, ob Ihr Kind eine Fünf oder eine Zwei nach Hause bringt, loben Sie gezielt das, was Ihr Kind richtig gemacht hat. Eltern sollten nicht nur große Fortschritte, sondern auch kleine Lernerfolge hervorheben. Schließlich war der Weg dorthin Arbeit!

2. Nicht verstecken

Igeln Sie sich nicht ein, wenn Ihnen die Lernprobleme Ihres Kindes über den Kopf wachsen. Bitten Sie den Lehrer um Rat; wenn nichts mehr geht, konsultieren Sie den Schulpsychologen. Manchmal hilft es auch loszulassen, eigene Ansprüche zu überdenken. Tägliches Hickhack zu Hause zermürbt Kinder und Eltern.

3. Selbst ist das Kind

Drücken Sie Ihrem Kind lieber ein Wörterbuch in die Hand, statt ihm die Vokabel zu übersetzen. Leisten Sie Hilfe zur Selbsthilfe mit spielerischen Mitteln wie selbst erstellten Lern-Landkarten oder einem Karteisystem zum Vokabellernen.

4. Raum geben

Kontrollieren Sie nicht jede Kleinigkeit, jede Rechenaufgabe, jede Hausaufgabe. Auch Kinder werden nervös, wenn immer jemand hinter ihnen steht. Lassen Sie es bei den Hausaufgaben in Ruhe arbeiten, antworten Sie nur auf gestellte Fragen. Wichtig ist dabei eine ruhige Lernumgebung - das kann auch der Küchentisch sein. Schalten Sie Lärmquellen wie Radio und Fernseher konsequent aus.

5. Ehrlich bleiben

Machen Sie Ihrem Kind klar, dass lernen nicht immer Spaß bringt. Bestehen Sie darauf, dass Hausaufgaben gemacht werden. Die Zeit zum Vorbereiten für eine Klassenarbeit sollte Ihr Kind selbst bestimmen. So entscheidet es mit und fühlt sich auch mehr verantwortlich.

6. Sinnlich geht's auch

Finden Sie heraus, wo die Stärken Ihres Kindes liegen. Wie kann es sich Dinge am besten merken? Welche Sinne nutzt es bevorzugt? Cassette hören, malen, nacherzählen oder auch mal Buchstaben in Teig kneten, das sind alles gute "Merkunterstützer". Pädagogen schwören darauf: Erst die Kombination verschiedener Methoden bringt optimale Lernergebnisse.

7. Jugend forscht - gerne!

In jedem Kind steckt ein Forscher. Fördern Sie seine natürliche Neugier, und hüten Sie sich davor, Ihr Kind zu unterfordern. Untätigkeit lähmt auf Dauer nicht nur den Körper, sondern auch den Geist. Auf dem Markt, beim Buddeln im Garten, beim gemeinsamen Kochen: Überall kann Ihr Kind etwas lernen und Zusammenhänge besser verstehen.

Friederike Nagel
Beratung: Uta Reimann-Höhn, Diplom-Pädagogin, www.lernfoerderung.de

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