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Alltag mit vier Söhnen: Zehn Dinge, die Jungsmütter wissen müssen

Jungsmütter werden oft beneidet, kein Gezicke, keine Dramen, alles entspannt. Rita Templeton hat vier Söhne - und eine Liste erstellt, was das bedeutet. Vom leeren Kühlschrank bis zum Pimmelgrabschen.

Wenn Sie meinen Uterus sehen könnten, er ist wahrscheinlich blau, beginnt Rita Templeton ihre Erfahrungen auf der Website "Scary Mommy" über das typische Verhalten ihrer vier Söhne zu schildern. Ihre Beobachtungen sind genauso witzig wie wahr (weshalb wir sie übersetzt haben) und machen deutlich, worauf man sich einzustellen hat, wenn die Hebamme ruft: Es ist ein Junge!

1. Sie müssen Baden lieben

Mit Baden meine ich nicht, dass Sie selbst in einem von Kerzenschein erleuchteten Badezimmer mit einem weichen Kissen im Rücken und luxuriösem, nach Rosen duftendem Schaum in der Wanne liegen. Sie müssen es lieben, andere zu baden, denn das müssen Sie Jungen sehr, sehr oft. Sie müssen sich auf kräftiges Rumgeplansche einstellen, auf den Geruch nach nassem Hund, einen überschwemmten Boden und tonnenweise dreckige Handtücher. Daran ändert sich nichts, wenn Jungs alt genug sind, alleine zu duschen, nur dass danach der Nasser-Hund-Geruch nicht weg ist, obwohl tonnenweise Duschgel draufgeht. Da hilft nur: in der Tür stehen und 20 Mal erinnern, dass sie sich einseifen sollen - und zwar überall.

2. Reden Sie sich ein, Furzen sei lustig

Gott sei Dank bin ich mit einem Sinn für Toilettenwitze auf die Welt gekommen, sodass ich mit dieser Tatsache ziemlich gut klarkomme: Jungen haben eine Phase, da finden sie Fürze lustig. Die Art und Weise, wie Sie damit umgehen, bestimmt Ihr Stresslevel. Wenn Sie mit ihnen lachen, ist alles super. Wenn Sie versuchen, es ihnen abzugewöhnen, machen Sie alles nur noch schlimmer. Betonen Sie lediglich, dass es passende und unpassende Orte gibt, einen fahren zu lassen (in ruhigen Momenten in der Kirche oder beim Essen im Restaurant also nicht) und alles wird gut. Auch wenn Sie selbst Pupse nicht lustig finden, müssen Sie lernen, die zu tolerieren, die das anders sehen. Denn Sie werden in dieser Hinsicht einiges erleben.

3. Stellen Sie sich auf einen ewigen Toilettenkrieg ein

Seitdem ich wusste, dass ich meinen ersten Sohn bekomme, hatte ich nur ein Ziel: ihm beizubringen, wie man eine Toilette vernünftig benutzt. Also mit Brille runter und hinsetzen und so. Grundlegende Höflichkeit. Ich war immer ein richtiger Diktator gewissenhaft bei diesem Thema, denn eine meiner Sorgen war, dass meine Söhne zu Männern heranwachsen, die im Stehen pinkeln. Igitt. Doch trotz all meiner Bemühungen, ist immer irgendwas. Einer klappt die Brille runter, zieht aber nicht ab. Einer denkt ans Abziehen, lässt aber den Deckel oben. Einer lässt das Klopapier an merkwürdigen Orten zurück, es hängt aus der Schüssel oder liegt am Boden (wtf?). Und alle spritzen, wenn sie sitzen. Ständig erinnere ich: Zielen! Abziehen! Brille runter! Deckel zu! Und, um noch Salz in meine Wunden zu streuen, darf ich's dann saubermachen.

4. Überdenken Sie Ihre Sicherheitsstandards

Okay, hetzen Sie nicht gleich die Kinderschutzbehörde auf mich - ich spreche nicht davon, ein Kind ohne Kindersitz im Auto mitzunehmen oder mit einem Feuerzeug spielen zu lassen. Aber denken Sie nur mal an die Mutter (und wir alle kennen mindestens eine), die Schnuller und Trinkflaschen ihrer Kinder gewissenhaft sterilisiert. Die endlos staubsaugt und sich laut räuspert, wenn ihre hübsche Schneeflocke ein kleines bisschen umherkullert. Kennen Sie die? Ja. So eine Mutter können Sie mit einem Sohn nicht sein, denn Jungs sind einfach wild. Sie springen von Dingen, rutschen von Dingen und klettern auf Dinge und rollen und toben und greifen an und springen und stoßen und rennen. IMMER. Sie probieren Dreck und Katzenstreu und Klebstoff und altes Kaugummi, das unter Parkbänken oder Restauranttischen klebt nur aus Neugier (ich sage nur: einer meiner Jungs hat ein Bonbon gegessen, auf das gepinkelt worden war). Sie versuchen, mit ihren Rädern, Rollern, Skateboards schneller als jeder andere zu fahren ... und höher als alle anderen auf dem Trampolin zu springen. Und wenn Sie mehr als einen Sohn haben? Vergessen Sie's. Sie machen all das plus Balgen und gelegentlich geraten sie in ausgereifte Bis-am-Ende-einer-K.o.-geht-Kämpfe.

5. Wundern Sie sich nicht über Drama

Ich wünschte, ich bekäme jedes Mal einen Dollar, wenn jemand zu mir sagt: "Ach, du hast Glück, Jungs sind weit weniger dramatisch als Mädchen." Wirklich? Denn meine Jungs sind so dramatisch, wie sie nur können. Dauernd wird aufgestampft, Augen gerollt, geschluchzt, geschimpft, Türen geknallt und grundsätzlich sind sie frech. Ich weiß nicht, warum jeder denkt, Jungs seien von Natur aus entspannte, respektvolle, liebenswürdige Wesen. Wahrscheinlich, weil die dramatischen Ausbrüche meiner Söhne wegen "essentieller" Dinge passieren ... etwa wenn ich sie meine guten Kopfhörer nicht benutzen lasse oder sie zu "Spieler 2" an der Xbox degradiert werden. Richtig? Kürzlich hasste mein Achtjähriger "dieses Haus und alle seine Brüder", nachdem ein Rülpswettbewerb eskaliert war. Und als mein Kindergartenkind über seinen Schnürsenkel gestolpert war, legte er sich flach auf den Boden und heulte unter Tränen: "Die Welt ist zu gefährlich für jemanden wie miiiiiich!"

Lassen Sie sich von niemandem erzählen, Sie hätten Glück, weil Jungen nicht theatralisch wären. Wirklich. Die haben keine Ahnung.

6. Stellen Sie sich auf Unordnung ein

Manchmal drehe ich ein bisschen durch wegen des Zustandes, in dem sich mein Haus befindet. Aber wenn Sie nicht zu denen gehören, die sich eine Vollzeitputzfrau leisten können, müssen Sie mit Unordnung klarkommen. Und ich spreche nicht von Spielzeug-Chaos. Ganz egal wie oft Sie es ihnen schreiend und drohend sagen, Jungen sind nicht so gewissenhaft im Beseitigen von Dreck, Grasresten oder überall verteilter Zahnpasta oder der vergossener Milch (was sie mit der Ecke des Tischtuchs machen). Jungs schmieren auch Popel an Wände und in Teppiche und verteilen überall Essen wie Schweine am Trog. Es liegt nicht an meinen mangelnden Ermahnungen: Vertrauen Sie mir, gefühlt verbringe ich 75 Prozent meiner wachen Zeit damit zu predigen, die Dinge gepflegt und sauber zu halten. (Die anderen 25 Prozent verbringe ich damit zu putzen.)

7. Sie müssen ständig viel zu essen haben

Hier hab ich mich am meisten geirrt. Wenn die Kinder noch sehr klein sind, essen sie quasi nichts und du denkst: "Bin ich froh, dass meine Kinder keine großen Esser sind!" Und dann kommt dieses Stadium, wo - alter Falter! - hat er gerade das ganze Rührei inhaliert? Mein kleiner, gertenschlanker Achtjähriger vernichtet die Frühstücksportion eines ausgewachsenen Mannes und beschwert sich, er hätte immer noch Hunger. Und immer. Wollen sie. Einen Snack. Mein Kühlschrank steht alle fünf Minuten offen, wenn die Kinder zu Hause sind. (Und dazwischen plündern sie den Schrank.) Wir geben im Monat so viel im Supermarkt aus, dass ich an der Kasse in Ohnmacht fallen könnte. Und trotzdem ist ständig alles leer. Diese kleinen Fressmaschinen sind wie die Heuschrecken - und wenn einer was hat, wollen alle was. Ich kann es kaum abwarten, bis alle Teenager sind.*
*Achtung, Sarkasmus. Ich kannsowas von abwarten. Ich nutze die Zeit nämlich, um noch ein paar Jobs zu finden und eine zweite Hypothek aufzunehmen, damit wir dann halbwegs die Lebensmittelrechnung bezahlen können.

8. Du musst dich auf Unmengen an Jeans einstellen

Ich habe schon viele Blogeinträge zu diesem Thema verfasst. Vier Söhne später und ich bin immer noch absolut überrascht darüber, wie schnell sie eine scheinbar robuste Hose ruinieren können. Baumwolle sollte ein stabiler Stoff sein und für Holzfäller mag er genügen. Aber nicht für krabbelnde, balgende, blutende und rutschende kleine Jungs.

9. Sei cool bei Nacktheit

Eigentlich weiß ich nicht, warum meine Söhne so viele Jeans verbrauchen, denn zu Hause tragen sie sie nicht. Eigentlich tragen sie zu Hause überhaupt nichts. Meiner Erfahrung nach ist es vielmehr so: Sobald sie physisch in der Lage sind, sich auszuziehen, tun sie es. Meine Jungs beginnen sich auszuziehen, sobald sie zur Haustür reinkommen. Manchmal bleiben sie in Unterwäsche, manchmal fällt auch die.

Womit wir zu meinem letzten Ratschlag kommen.

10. Du musst dich an "den Griff" gewöhnen

Ich spreche vom Penis. Dem Pimmel. Dem Schniepel, dem Pippimann, dem Gemächt, dem Puller, wie auch immer Sie ihn nennen. Sie fassen ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit an (unter 9 lässt sich erahnen, wie oft das sein kann). Ihr entzückender Sohn greift nach unten und fasst ihn an, sobald Sie ihm die Windeln ausziehen - und in meiner neunjährigen Erfahrung als Jungsmutter hört es danach nicht wieder auf. Sie ziehen daran, dehnen ihn, verbiegen ihn, überall und jederzeit, sobald sie Zugriff haben. Sie tun es in der Badewanne und beim Fernsehen. Ich bin tatsächlich gezwungen gewesen zu sagen: "Hör auf, deinen Penis um deine Gabel zu wickeln." Sie machen es genauso wie etwa Leute an ihren Nägeln kauen: automatisch, geistesabwesend, unschuldig, oft. Irgendwann werden Sie es nicht mal mehr bemerken.

bal
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