hamburg Ohne Moos nix los


Wie Hamburger Hochschüler ihr Studium finanzieren

Wie Hamburger Hochschüler ihr Studium finanzieren

Kein BAföG genehmigt, beim Stipendium abgelehnt und der Unterhalt der Eltern mal wieder nicht ausreichend?

65 Prozent, also rund zwei Drittel aller Studenten in Deutschland müssen nach Angaben des Deutschen Studentenwerks neben dem Studium arbeiten. Neben den üblichen Tätigkeiten bieten sich Hamburger Studenten jedoch auch zahlreiche andere Jobmöglichkeiten: für die Hübschen der Job als Modell, für die schauspielerisch Begabten der Job im »Hamburg Dungeon« und für die Tapferen der Probandenjob als Versuchsperson für Medikamente. »Kellnern, Kassieren oder im Call-Center Anrufe entgegen nehmen - diese typischen 630-Mark-Jobs sind nichts für mich«, kommentiert Thomas Wagner die gängigsten Tätigkeiten. Seit einem halben Jahr arbeitet der 23-Jährige als Fahrradkurier auf Gewerbescheinbasis. Verdienst: rund 1.500 Mark im Monat. Dafür nimmt es der Biologiestudent gern mit dem Hamburger Wetter und dem Verkehr auf.

Allein der Gedanke, mehrere Stunden täglich im Fahrradsattel zu verbringen, um dann womöglich noch in einen ordentlichen Regenguss zu geraten, lässt Christine Laussen schaudern. Geschäftsessen, Theaterbesuch oder Stadtbummel - und das alles auch noch bezahlt: Die 26-jährige Geschichtsstudentin jobbt bei einem Eskortservice. »Bisher hat noch keiner vergessen, dass ich nur die Begleitung ins Restaurant oder in die Oper und nicht in das Hotelzimmer bin«, so Christine.

Unter den 65 Prozent der Studenten, die neben dem Studium jobben, sind jedoch nur 14 Prozent, die einen Job suchen, der sie auch auf den späteren Beruf vorbereitet. Auch das Hochschulteam des Arbeitsamtes Hamburg, das eine spezielle Jobbörse für Studenten unterhält, empfiehlt, so viele Praxiserfahrungen wie nur möglich zu sammeln, um später auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen: So finden Studenten des Bereichs Tourismusmanagement eine Anstellung im Reisebüro, helfen Juristen in Anwaltskanzleien aus, arbeiten Informatikstudenten bei Computerfirmen - und schreiben Journalistikstudenten ihre Artikel. (cp)


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