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Instagram-Fail : Instagram: Jungen mit langen Haaren dürfen keine Brustwarzen zeigen

Instagram zensiert die Fotos oberkörperfreier Jungen, wenn sie lange Haare haben. Offensichtlich hält die Plattform sie für Mädchen. Dagegen protestieren nun weltweit Mütter. 

Instagram mag keine Nippel. Sobald eine Frau ein Foto mit entblößten Brüsten postet, wird dieses von Instagram gelöscht. Das gilt auch für Promis. So zensierte die Plattform beispielsweise ein Oben-ohne-Magazincover von Rihanna und ein Laufstegbild von Kendall Jenner. Neu aber ist, dass Instagram auch männliche Brustwarzen verbietet – dann nämlich, wenn die Plattform sie für weibliche Brustwarzen hält, weil die Fotos Jungen oder Männer mit langen Haaren zeigen. Diese Erfahrung machen gerade weltweit Mütter, die Fotos ihrer Söhne ins Netz stellen.

Eine von ihnen ist die Mutter des vierjährigen Parker. Sie veröffentlicht viele Fotos ihres oberkörperfreien Kindes, auf denen Parker am Strand beispielsweise Müll aufsammelt. Damit wolle sie auf den Umweltschutz aufmerksam machen.

"Es nervt mich, dass Parkers oberkörperfreie Fotos gelöscht werden, weil Instagram denkt, dass er ein Mädchen ist, nur weil er lange Haare hat", schreibt sie auf Instagram und postet dazu ein Foto ihres Sohnes, dessen Haare bis über die Schultern reichen. In den Händen hält er ein Pappschild, auf dem zu lesen ist: "Liebes Instagram, ich bin ein Junge. Ich habe einfach nur lange Haare. Bitte hört auf, meine Fotos zu löschen!" 

"Man kann Kinder nicht sexualisieren, um sie vor dem Sexualisiertwerden zu bewahren"

Teilweise würde Instagram sogar ihre ganzen Accounts löschen, schreibt die Mutter. "Das passiert nicht nur uns, sondern noch tausenden anderen kleinen langhaarigen Jungen. Es gibt keine Möglichkeit, Instagram zu kontaktieren." Sie ruft andere Mütter dazu auf, sie unter dem Hashtag "#longhairedboyrevolution" zu unterstützen. Viele, die selbst einen langhaarigen Sohn haben, folgen ihrem Beispiel. 

Um nicht erneut von der Plattform gelöscht zu werden, färbt Parkers Mutter die Nippel ihres Sohnes auf neuen Fotos schwarz oder verdeckt sie mit Emoticons. Hunderte Nutzer stimmen ihr zu, dass das nicht nötig sein sollte. "Selbst wenn er ein Mädchen wäre, sollten die Fotos bleiben", schreibt eine Frau. "Instagram ist idiotisch, wenn sie wirklich denken, dass sie Kinder davor bewahren können, sexualisiert zu werden, wenn sie diese sexualisieren. Ich denke, die richtige Lösung wäre hier nicht zu sagen: 'Hey, es ist ein Junge, seine Nippel sind okay', sondern 'Hey, es ist ein Kind, versuch nicht, es zu zensieren, weil das bedeuten würde, dass du versuchst zu sagen, irgendetwas unangemessenes wäre an diesen Fotos.'"

Allerdings gäbe es natürlich auch noch eine andere Lösung für dieses Problem. "Hör einfach auf, Fotos von deinen Kindern ins Netz zu stellen!", kommentiert ein Nutzer unter Parkers Foto. Das aber wird für die Mütter der Influencer-Kinder wohl keine Option sein. 

ame
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