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Internet-Arztbörsen: Drei, zwei, eins - Doc!

Was Kassen nicht zahlen, muss nicht irre teuer werden - Internet-Arztbörsen helfen Patienten, einen Mediziner zu finden, der ordentlich Rabatt gibt. Verbraucherschützer sehen kein Problem.

Brotzer400" möchte ihre kurzsichti-gen Augen von - 3.25 Dioptrien auf null gelasert haben, weil Brillen beim Wassersport lästig sind. Der Startpreis: 4000 Euro. Wer lasert günstiger? Ein "Henning" aus München bot 3500 Euro, ein "Laserprofi" aus Baden-Baden 3100, und die "Klare-Sicht" aus Duisburg wollte für nur 2999 Euro operieren.

Die Münchner Studentin Eva-Maria Lehmann alias "Brotzer400" entschied sich für "Henning": "Da spare ich Zeit und Reisekosten für Vor- und Nachun-tersuchungen. Außerdem hatte er nur gute Noten in der Bewertungsliste von www.arzt-preisvergleich.de. Dort hatte die 23-Jährige anonym ihre Augenreparatur ausgelobt: "Es hat super geklappt."

Diese Online-Auktionsbörse hilft Patienten, bei Eigenleistungen zu spa-ren. Vorreiter war der Kaufmann Holger Lehmann, der vor gut einem Jahr begann, über www.2te-zahnarztmeinung.de Zahnmediziner und Kunden zusammenzuführen. Der Erfolg animierte die Münchner Betriebswirte Claudius Schikora und Andreas Hörr. Über ihre Plattform kann man sich nicht nur Brücken und Implantate zum Schnäppchenpreis ersteigern, sondern auch Lasik, Massagen, Krankengymnastik und Osteopathie. Schönheitschirurgie, künstliche Befruchtung, Haartransplantationen, Tätowierungsentfernungen und günstige Apotheken sollen folgen.

Zwischen den rund 2000 angemeldeten Patienten und 600 Anbietern wurden schon 810 "Wer bietet weniger"-Auktionen erfolgreich abgeschlossen. Dabei sparten die Kunden im Schnitt 30 Prozent, ohne mit einem Arzt feilschen zu müssen. Sie geben Heil- und Kostenplan und Wohnort ein, wählen die Entfernung, die sie für eine günstige Behandlung zurücklegen würden, und die Auktionsdauer (sieben bis zehn Tage). Danach nennt der Portalbetreiber die Pseudonyme der fünf günstigsten Anbieter inklusive Bewertung durch frühere Patienten. Der Patient wählt und bekommt den echten Namen. Für ihn ist das kostenlos, Ärzte zahlen fünf bis neun Prozent als Provision.

Auktionen umgehen das rigide ärztliche Werbeverbot und locken Patienten in neue Praxen. "Anfangs ist man ja nicht ausgebucht", sagt Zahnarzt Nikos Apostolopoulos ("Zahnkaiser"), der sich gerade in Deisenhofen bei München niederlässt. Seine Patientin Nadine Wehr ("jette24") ersteigerte er zum "Frühlings-Special" à 180 Euro für Zahnbleaching und -reinigung. "jette24" ist zufrieden: "Erst sollte es 300 Euro kosten."

Jürgen Fedderwitz, der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, dagegen ist ungehalten: "Die Versteigerung ärztlicher Leistungen verstößt gegen Berufsethos und Standesrecht. Das führt zu Kampfpreisen und Schmalspurtherapie." Sein bayerischer Landesverband hat den Betreiber des Internet-Marktplatzes "2te-zahnarztmeinung" gar verklagt. Der Prozess am 25. Oktober vor dem Landgericht München wird von vielen Doktoren gespannt erwartet.

Auch das Gründerduo von "Arzt-Preisvergleich" handelte sich Ärger mit der Landesärztekammer Bayern ein. Die hält es für rechtswidrig, wenn sich Ärzte gegenseitig unterbieten, und schaltete die "Zentrale gegen unlauteren Wettbewerb" ein. Nach einigen Formulierungskorrekturen auf der Webseite "gibt es aber jetzt von unserer Seite keine Bedenken mehr", sagt Christiane Körber von der Wettbewerbszentrale.

Zwei Dutzend gesetzlicher Kranken-kassen unterstützen die "ganz neue Markttransparenz": Der Eigenanteil der Patienten lasse sich etwa bei Gebissarbeiten "zum Teil erheblich reduzieren", weiß die Kaufmännische Krankenkasse KKH aufgrund positiver Rückmeldungen von über 200 Versicherten. Die Auktionen, die auf hierzulande niedergelassene Ärzte beschränkt sind, reduzieren den medizinischen Auslandstourismus, der oft zu Reparaturarbeiten daheim auf Kassenkosten führe, argumentiert die KKH. Beruhigendes kommt von der Stiftung Warentest, die einige Preisbrecher unter die Lupe genommen hat. Ihr Testergebnis: "Wenn Wettbewerb im Spiel ist, kann man Geld sparen, ohne Einschränkungen bei der Qualität hinnehmen zu müssen."

Und der Preiskampf geht weiter: Mit dem Slogan "Zahnersatz zum Nulltarif" wirbt die "McZahn AG". Ihr Gründer Pai Mao Yeh, bislang Gastwirt, lässt Inlays, Kronen und Gebisse in China fertigen und an assoziierte deutsche Praxen liefern - die McZahn-Ärzte dann zuzahlungsfrei auf Kassenkosten montieren. Ende September hat die erste Filiale in Krefeld eröffnet. 400 sollen folgen.

Brigitte Zander / print
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(