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Anonymer Hinweis Nach 31 Jahren: Vermisste Töchter wiedergefunden

Mit diesen Bildern - so könnten die beiden heute aussehen - wurde nach den Töchtern gesucht
Mit diesen Bildern - so könnten die beiden heute aussehen - wurde nach den Töchtern gesucht
© Screenshot/Twitter
Mehr als 30 Jahre lang suchte ein Vater seine beiden Töchter. Nun wurden sie gefunden - ein anonymer Hinweis brachte die Polizei auf die richtige Spur.

Dreieinhalb Jahre alt war die kleine Kimberly, als ihr Vater sie zuletzt sah, erst 10 Monate alt ihre Schwester Kelly. Dann nahm die Mutter ihre Kinder und verschwand. Für mehr als 30 Jahre.

Nun hat Russell Yates seine Töchter wiedergefunden. Im August 1985 hatte seine Frau, während er auf Arbeit war, ihre Sachen und Kinder gepackt und war untergetaucht. Jahrelang versuchte die Polizei, die Mädchen zu finden - ohne Erfolg. Erst ein anonymer Hinweis kurz vor Weihnachten brachte sie auf die richtige Spur.

Die Mutter war US-amerikanischen Medien zufolge mit ihren Kindern aus Rhode Island nach Houston gezogen und hatte eine neue Identität angenommen. Dem "Providence Journal" sagte Yates, er habe nicht einmal gewusst, ob seine Töchter von ihm wussten. "Ich habe immer gehofft, dass sie Kontakt zu mir aufnehmen. Ich habe sie 30 Jahre lang gesucht. Ich habe immer gehofft, dass dieser Tag kommen würde, und nun hoffe ich, dass sie sich bei mir melden."

Sie erwischte ihn mit einer anderen Frau

Presse und Fernsehen hatten den Fall jahrzehntelang begleitet. Bereits im Jahr 1988 hatte das "Providence Journal" ausführlich darüber berichtet. Die Geschichte des Ehepaars Russell und Elaine Yates liest sich demnach wie eine dramatische Liebesgeschichte, die beiden kamen mit 14 Jahren zusammen, waren beste Freunde, heirateten mit 18 - und ließen sich dennoch Zeit, eine Familie zu gründen. Erst mehr als 15 Jahre nach der Heirat fühlten sie sich bereit, Kinder zu bekommen. Kimberley wurde geboren, dann Kelly, die Mutter erwartete, dass der Vater jetzt ruhiger werde. Aber er wurde es nicht.

Russell Yates war untreu, sie stritten oft. Immer wieder, sagt er, vergab seine Frau ihm, aber irgendwann war es genug. Als sie ihn eines Tages mit einer anderen erwischte, eskalierte es. Sie schlug nach ihm, er schlug zurück. Sie drohte, mit den Kindern wegzugehen - und machte ihre Drohung knapp drei Wochen später wahr. Als Yates von der Arbeit in seiner Kneipe heimkam, waren die Betten leer. Mehrere Privatdetektive hat er seither angeheuert, um seine Töchter zu finden. 

Die Mutter wurde festgenommen

Dass seine Frau so radikal und spurlos verschwand, erklärt er sich damit, dass sie fürchtete, im Fall einer Scheidung das Sorgerecht zu verlieren. Die Polizei, berichten US-amerikanische Medien, habe den Töchtern nun die Nummer des Vaters gegeben, aber keine Angaben dazu gemacht, wie sie reagiert hätten. Die Mutter wurde festgenommen. Der Vorwurf lautet Kindesentziehung.

Dass seine Frau vor Gericht kommt, will Russell Yates trotz allem nicht. "Das würde ihr nicht helfen, mir nicht helfen, es würde niemandem helfen", sagte er dem Sender CBS. Er wolle einfach seine Kinder sehen. Ob er die Chance dazu bekommt, weiß er nicht. "Hoffentlich wollen sie Kontakt zu mir aufnehmen. Sie sind jetzt erwachsen. Es liegt an ihnen."

car

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