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Adoption Er fand ihn verlassen im Müll: Mann sammelt Spenden, um ausgesetzten Jungen zu adoptieren

Adoption
Der Adoption von Emilio (l.) durch Jimmy Amisial dürfte dank der Spenden nichts mehr im Wege stehen
© Jimmy Amisial / Go Fund Me
Jimmy Amisial fand vor viereinhalb Jahren ein Baby im Müll. Spontan nahm er das Kind auf, wurde Erziehungsberechtiger und will den Jungen jetzt auch offiziell adoptieren.

Am Silvesterabend 2018 machte Jimmy Amisial eine Entdeckung, die sein Leben verändern sollte. Auf dem Weg zu einer Party in seiner Heimat Haiti kam er an einer Menschenansammlung vorbei. Bei näherem Hinschauen erkannte er, dass sich die Gruppe um ein Baby gescharrt hatte, das verlassen in einem Haufen Müll lag. "Es weinte, und keine Menschenseele kümmerte sich darum", erinnert sich Amisial, der damals 22 Jahre alt war und eigentlich im US-Bundesstaat Texas wohnt.

Amisial brachte es nicht übers Herz, das Baby dort liegen zu lassen. Er hob den etwa drei Monate alten Jungen auf, nahm ihn mit und kümmerte sich um ihn. "Als ich ihn aufhob, hörte er sofort auf zu weinen." Mittlerweile sind Jimmy Amisial und Emilio, wie er den Jungen nannte, eine Familie. Das wollen sie nun auch offiziell werden: Amisial möchte Emilio adoptieren und sammelt dafür Spenden.

Adoption kostet mehr als 40.000 US-Dollar

Nachdem er das Baby mitgenommen hatte, brachte er es zu seiner Mutter. Am nächsten Tag kam ein Richter vorbei, um ihn zu fragen, ob er Erziehungsberechtiger des Jungen werden wolle, da sich sonst keine Eltern gemeldet hätten. "Nachdem er mich das gefragt hatte, hatte ich viele schlaflose Nächte. Aber meine Mutter hat mich daran erinnert, dass nichts ohne Grund geschieht", sagte Amisial CNN. Er kehrte für sein Studium nach Texas zurück, während sich seine Mutter um das Kind kümmerte und Amisial die beiden finanziell unterstützte.

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Seit 2019 arbeitet Amisial daran, Emilio zu adoptieren. "Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte, sein Leben zu verändern – von einem Jungen, der in den Müll geworden wurde, zu einem wunderbaren Schatz." Doch neben den juristischen Feinheiten stellte vor allem das nötige Geld eine Hürde im Adoptionsprozess dar – mehr als 40.000 US-Dollar werden dafür benötigt. Deshalb startete Amisial eine Crowdfunding-Kampagne. 

Aus der ganzen Welt kamen Spenden zusammen, das Ziel von 60.000 Dollar ist mittlerweile weit übertroffen. Der Adoption von Emilio sollte also nichts mehr im Wege stehen. Doch selbst wenn das nicht geklappt hätte, ist die innige Verbindung zwischen dem jetzt Vierjährigen und seinem Retter unerschütterlich: "Er nennt mich Papa. Und obwohl ich nur sein vorübergehender Erziehungsberechtiger bin, sehe ich mich selbst als seinen Vater an."

Quellen: CNN / GoFundMe / Jimmy Amisial auf Facebook

epp

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