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Daddylicious: Papa, es muss nicht alles perfekt sein

Wer wäre nicht gern der perfekte Vater? Einer, der immer Zeit für seine Kinder hat, nie etwas vergisst und auch dann noch entspannt ist, wenn mal wieder alles gewaltig schief zu laufen scheint. Mark Bourichter über Ansprüche an Väter - besonders die eigenen.

Papa muss nicht perfekt sein

Papa muss nicht perfekt sein. Hauptsache, er ist einfach da.

Um 06:30 Uhr aufstehen und wie ein Uhrwerk das morgendliche Programm abspulen? Dusche, Kind wecken (ja, bei uns ist das so), Kaffee aufsetzen, Hemd bügeln, aus dem Schlafanzug rein in die kurze Hose, Zähne putzen, frühstücken, eine Runde mit der Holzeisenbahn spielen und dann ab zur Kita. Unpünktlich zur Arbeit. Kind abholen und dann pünktlich zum Sport oder zu anderen Terminen. Immer die Uhr im Blick und nie Zeit für die Ideen der eigenen Kinder, die diese "Uhr" nicht kennen. Der preisgekrönte Kurzfilm "Papa" von Natalie Labarre beschreibt den Spagat zwischen der Realität der Kinder und der der Eltern. Zwischen Job und Familie. Zwischen Perfektion und Normalität. 

"Wir müssen aber ..."

Die Probleme der Familie, die durch Unpünktlichkeit, vollgekritzelte Geschäftspapiere (hier sind es die technischen Zeichnungen eines Erfinders) oder fehlende Zeit entstehen, sind die der Erwachsenen. Kinder kennen das nicht - noch nicht. Denn irgendwann müssen auch sie das lernen. Spätestens wenn es in die Regelschule geht, müssen die Kids frühmorgens pünktlich auf der Matte stehen. Andere Schulformen wie Montessori beginnen später oder bieten einen "offenen Anfang" mit einem Zeitfenster von 45 Minuten an. Das Ganze basiert auf Forschungsergebnissen und sicherlich auch auf den aktuellen Begebenheiten eines modernen Familienmodells mit bis zu zwei Berufstätigen. Warum nicht?

Wenn Eltern die Kinder aus ihrer Welt reißen, dann meistens mit den Worten "Wir müssen aber ...". Und das in der Regel nicht nur einmal am Tag. Müssen wir immer "Wir müssen aber ..." sagen? Oder können wir uns mindestens 50 Prozent davon sparen? Auch auf die Gefahr hin, ein- oder dreimal zu spät zu kommen? Für mich sind diese Momente, wenn ich es mir verkneife, etwas ganz besonderes. Und in der Regel nimmt es mir auch keiner aus "meiner Welt" übel. Und mein Sohn erst recht nicht.

Wir sind keine Roboter

Gerade habe ich noch in der Kita angerufen: „Ach ja, mein Sohn muss noch eingecremt werden. Habe ich vergessen...“ Und manchmal fällt mir auf, dass wir auch das Zähneputzen vergessen haben. Oder die Gummistiefel. Bisher ist noch alles gut gegangen. Stellt sich die Frage: Mensch oder Maschine? Ich bevorzuge das System mit dem ein oder anderen Fehler. Und ich stelle meine Uhr immer fünf Minuten vor, dass hilft schon in 80 Prozent der Fälle.



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