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Russland Vater kümmert sich allein um Sohn mit Down-Syndrom – die Mutter wollte das Kind nicht


An dem Streit, ob sie ihren Sohn mit Down-Syndrom behalten sollten, zerbrach die Ehe von Evgeny Anisimov und seiner Frau. Nun zieht der Russe das Kind allein auf – und bringt dafür einige Opfer.

Ob ein Kind mit dem Down-Syndrom geboren wird oder nicht, zeigt sich heutzutage meist schon vor der Geburt. Wird bei der pränatalen Untersuchung Trisomie 21 festgestellt, kommt der Embryo aber meist gar nicht zur Welt. In neun von zehn Fällen entscheiden sich die Eltern für eine Abtreibung, schätzen Experten. 

Bei dem kleinen Misha aus Russland war es anders. Erst nach der Geburt stellten die Ärzte fest, dass das Baby das Down-Syndrom hat. Für die Eltern war das ein Schock, besonders für die Mutter. Sie wollte direkt nach der Geburt das Kind zur Adoption freigeben. Für Evgeny Anisimov, den Vater des Jungen, stand jedoch sofort fest: Er wollte seinen Sohn behalten und ihm ein gutes Leben ermöglichen. Und er setzte sich durch. Die Ehe zerbrach bald an diesem Konflikt, seitdem sorgt der 33-Jährige als alleinerziehender Vater für Misha.

Alleinerziehender Vater zeigt Alltag auf Instagram

Auf seinem Instagram-Account mit 30.000 Followern zeigt er das Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom. Und das sieht nicht unbedingt anders aus als bei anderen Eltern auch. Anisimov will klarmachen, dass Kinder wie Misha vielleicht anders sind als die meisten anderen Menschen, dafür aber nicht weniger wertvoll. "Ich möchte alle, die in der gleichen Situation sind wie ich, inspirieren", sagte er dem Portal "Bored Panda". Seine Botschaft: "Habt keine Angst! Alles wird gut!"

Evgeny Anisimov legt Wert darauf, dass er kein Held sei, sondern nur "ein normaler Mann". Auch er habe geweint, als die Ärzte ihm die Diagnose mitteilten. Doch nach einigen Recherchen sei ihm klargeworden, dass auch Menschen mit Down-Syndrom ein erfülltes Leben führen könnten. "Ich dachte: Er wird den Sonnenaufgang genießen, ich werde mit ihm grillen, er wird sein Leben leben. Manche werden denken, dass er unglücklich ist, aber er wird sein eigenes Leben haben." Nie habe er daran gedacht, seinen Sohn zu verlassen. Ihn nach der Geburt in ein Heim zu geben, sei für ihn "unmenschlich".

Kind mit Down-Syndrom: "Du wirst gebraucht"

Um sich um Misha kümmern zu können, hat Anisimov einiges aufgegeben. In erster Linie seine Ehe, aber auch seinen Job. Dafür stellt er sich nun ganz anderen Herausforderungen: Die alltäglichen Aufgaben seien "anstrengend", erzählte er "Bored Panda". Unterstützung bekommt er von seiner Mutter.

Dennoch hält Evgeny Anisimov fest: "Ich bin glücklich." Und das Gleiche wünscht er sich für seinen Sohn: "Wenn ein Kind auf die Welt kommt, fragt es: 'Werde ich hier gebraucht oder nicht?' Meine Antwort ist aus vollem Herzen: 'Ja, Sohn, du wirst gebraucht.'"

Quellen: "Bored Panda"Evgeny Anisimov auf Instagram

epp

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