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Erziehermangel in Kitas: Deutschlands Kinder werden nicht gut genug betreut

Die Bertelsmann Stiftung hat die Betreuung in deutschen Kitas überprüft und kommt auf ein riesiges Defizit: 120.000 Stellen und fünf Milliarden Euro fehlen. Darunter leidet die frühkindliche Bildung.

Von Susanne Baller

Alle Hände voll zu tun: Der Betreuungsschlüssel in Kitas ist vor allem in Ostdeutschland schlecht

Alle Hände voll zu tun: Der Betreuungsschlüssel in Kitas ist vor allem in Ostdeutschland schlecht

Es war ein historischer Schritt, mit dem die Politik auf die Bedürfnisse junger Familien reagiert hat: Seit dem 1. August 2013 gilt der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder ab einem Jahr in ganz Deutschland. Er soll die "frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Kindertagespflege" garantieren. Doch die Umsetzung hapert nicht nur daran, dass viele Eltern keinen Platz für ihr Kind finden. Auch der Alltag in den Kitas entspricht nicht dem, was sich Eltern wünschen.

Die Bertelsmann Stiftung betrachtet seit 2007 die frühkindlichen Bildungssysteme aller Bundesländer und stellt in den aktuellen Ergebnissen, zu sehen im Ländermonitor, ein erhebliches Defizit fest. "In der frühkindlichen Bildung bleibt gute Qualität oftmals auf der Strecke, weil viele Kindertageseinrichtungen nicht genügend Erzieherinnen haben. Die Personalschlüssel für Kitas in Deutschland weichen teilweise erheblich von einem kindgerechten und pädagogisch sinnvollen Betreuungsverhältnis ab und sind zudem von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedlich", heißt es in der neuesten Studie.

Ein paar Zahlen

"In Deutschland gibt es 16 Systeme", sagt Anette Stein von der Bertelsmann Stiftung, "das ist historisch gewachsen." Jedes Bundesland hat es mit anderen Voraussetzungen zu tun und die Länder definieren den Personalschlüssel selbst. "Während in Ostdeutschland 80 Prozent der Einjährigen in die Kita gehen, sind es zum Beispiel in Bremen nur 25 Prozent", erklärt Stein. Das Ost-West-Gefälle bedeutet in Zahlen: Während sich in den ostdeutschen Krippen eine Erzieherin um durchschnittlich 6,3 Kinder kümmern muss, kommen im Westen 3,8 Kinder auf eine Erzieherin.

Bei mehr als sechs Kleinkindern pro Betreuer stellt sich die Frage, was der Begriff "frühkindliche Förderung" meint. Mehr als füttern, wickeln, schlafen legen? Damit die Kita nicht zur reinen Aufbewahrungsstätte wird, müssen mehr Erzieher her. "Wir brauchen dringend einheitliche Qualitätsstandards, die in einem Bundes-Kita-Gesetz geregelt sind", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung. "Die Kita-Qualität ist entscheidend für gutes Aufwachsen und faire Bildungschancen aller Kinder."

Deutschland braucht mehr Erzieherinnen

In Mecklenburg-Vorpommern muss sich eine Erzieherin um 14,9 Kinder zwischen drei und sechs Jahren kümmern. Das Bundesland bildet das Schlusslicht in puncto Personalschlüssel. Um die Qualität der Bildung bundesweit auf einen einheitlichen Standard zu bringen, braucht Deutschland mehr Erzieherinnen und Erzieher.

Derzeit fallen jährlich rund 14 Milliarden Euro Personalkosten für den Kita-Bereich an. Um den Empfehlungen der Bertelsmann Stiftung nachzukommen, müssen weitere 120.000 Erzieherinnen her. Die Kosten dafür wären jährlich rund fünf Milliarden Euro. Das ist weniger als ein Berliner Flughafen.

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