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Gewalt und Missbrauch: Jugendämter nehmen so viele Kinder in Obhut wie nie

Gewalt, Verwahrlosung, sexueller Missbrauch, Drogen und schwere psychische Erkrankungen: Deutsche Jugendämter nehmen jedes Jahr Zehntausende Kinder und Jugendliche zu ihrem eigenen Schutz in Obhut.

Eine Puppe sitzt in einer Kinderschutzambulanz im Untersuchungsraum auf einem Stuhl

Eine Puppe sitzt in einer Kinderschutzambulanz im Untersuchungsraum auf einem Stuhl

Mutterseelen allein in Deutschland oder Opfer von Verwahrlosung, häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und Drogenkonsum der Eltern: Rund 42.100 Kinder und Jugendliche sind 2013 zu ihrem eigenen Schutz in Obhut genommen worden. Das waren so viele wie noch nie und 1896 (5 Prozent) mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Allerdings: Der Anstieg zum Vorjahr geht fast ausschließlich auf minderjährige unbegleitete Flüchtlinge zurück. Die Jugendämter nahmen 6584 Jungen und Mädchen aus den Krisen- und Kriegsgebieten in Obhut, 1817 mehr als im Vorjahr. Mehr als zwei Drittel (69 Prozent) waren schon 16 oder 17 Jahre alt und die meisten (89 Prozent) Jungen.

Kulturelle Probleme

"Die Jugendhilfe muss sich internationalisieren, damit sie überhaupt mit diesen Kindern und Jugendlichen aus anderen Kulturen etwas anfangen kann", sagte Heinz Kindler vom Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München. Die Bundesländer trügen eine erhebliche Last aus den internationalen Flüchtlingsbewegungen. Diese sei allerdings zwischen den Ländern sehr unterschiedlich verteilt.

Nach Einschätzung des Bundesfachverbands unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge (UMF) ist die Zahl etwas niedriger (5550) als von den Statistikern erfasst und vor allem damit zu erklären, dass genauer hingeschaut werde. "Die Jugendämter nehmen auch ihre Verantwortung mehr wahr", sagte Thomas Berthold vom UMF. Zwar werde vieles getan, doch hätten die Jugendämter auch immer mehr Aufgaben zu schultern, und so fehle oft ausreichend qualifiziertes Personal.

Häufig: Überforderung der Eltern

Im Fünf-Jahres-Vergleich beträgt das Plus aller Inobhutnahmen laut Statistik 9870. Damit nahmen die Behörden von 10.000 Kindern und Jugendlichen in Deutschland rechnerisch 32 in Obhut genommen. Fünf Jahre zuvor waren es nur 23. Häufigster Anlass war eine Überforderung der Eltern (40 Prozent).

Etwas mehr Jungen (52,7 Prozent) als Mädchen wurden zu ihrem Schutz aus ihrer Familie genommen. Fast 15.300 Kinder und Jugendliche konnten zurück zu ihren Sorgeberechtigten. Kindler hat einen leichten Anstieg von Jugendlichen ausgemacht, die auf eigenen Wunsch in Obhut genommen werden wollen.

Manche suchen selbst Schutz

Die Jugendämter nehmen Mädchen und Jungen in Obhut, wenn sie aufgrund von Gewalt, Sucht, Verwahrlosung oder Unterernährung in Gefahr sind. Auch Ausreißer und Flüchtlinge gehören dazu. Zur sogenannten Inobhutnahme kann es auf Wunsch der Kinder und Jugendlichen selbst oder aufgrund begründeter Hinweise von Polizei, Schule, Erziehern, Ärzten und Bekannten der Familie kommen.

DPA / DPA
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(