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Hebamme warnt: Zeugen Sie keine Babys an Ostern!

Eine Hebamme hält ein Baby auf dem Arm
In Deutschland herrscht Hebammenmangel – darunter leiden auch die Schwangeren. Eine attraktivere Ausbildung soll das nun ändern. 

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Eine Hebamme warnt Paare mit Kinderwunsch: Wer an Ostern ein Kind zeugt, "begibt sich in ein Krisengebiet". Warum, erklärt die Geburtshelferin auf Facebook.

Rund um die Osterfeiertage haben Paare endlich einmal Zeit für sich – und für solche mit Kinderwunsch bieten sich Gelegenheiten, die Familienplanung anzugehen. Doch damit sollten sie am besten noch warten, meint Christine Niersmann. Die Hebamme hat auf Facebook einen Post verfasst, in dem sie schreibt: "Sie wünschen sich ein Kind? Trotzdem sollten Sie bis ungefähr nach Ostern besser verhüten." 

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Babys, die während der Ostertage gezeugt würden, würden nämlich im Dezember kurz vor oder nach Weihnachten zur Welt kommen. Der Grund dafür: der massive Hebammenmangel in deutschen Krankenhäusern. "Die Advents- und Weihnachtszeit wie auch Silvester sind personalmäßig noch schlechter besetzt als der Rest des Jahres", warnt Niersmann. 

Auch Hebammen wollen an Weihnachten frei haben

Natürlich sind Hebammen genau wie Polizisten, Feuerwehrleute oder anderes Krankenhauspersonal auch während der Feiertage im Einsatz, denn Babys halten sich nicht an den Kalender. Ebenso klar ist aber auch, dass Geburtshelferinnen wie andere Arbeitnehmer die Festzeit mit ihren Familien verbringen wollen, wie die 54-Jährige schreibt: "In Kliniken gibt es über die Feiertage nur Notbesetzung im Kreißsaal."

Im Interview mit der "Welt" wählte die Hebamme aus Duisburg sogar noch drastischere Worte: "Wer um die Stoßzeiten wie Weihnachten oder Silvester Kinder kriegt, der begibt sich in ein Krisengebiet."

Auf jede Geburtshelferin kommen drei Frauen gleichzeitig

Der Hebammenmangel ist schon lange ein Problem in Deutschland. Die Anzahl der Kreißsäle im Lande ist zwischen 1991 und 2015 um 40 Prozent zurückgegangen, der Anteil der Frauen, die nur noch freiberuflich arbeiten, ist auf 72 Prozent gestiegen. Nur noch jede dritte Klinik verfügt über eine Entbindungsstation. W

ie ein aktuelles Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zeigt, kümmert sich die Hälfte der Hebammen in Krankenhäusern um drei Frauen gleichzeitig während der Geburt.

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