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Weniger als eine Minute Mutter zeigt Trick, wie sie Wutanfall ihres Kleinkindes unterbindet – das Video wird zum Hit

Eskalation in drei, zwei, eins: Die Stimmung bei Kleinkindern kann schnell umschlagen.
Eskalation in drei, zwei, eins: Die Stimmung bei Kleinkindern kann schnell umschlagen.
© arnoaltix / Getty Images
Eltern wissen, wie anstrengend der Trotzanfall eines Kleinkindes sein kann. Eine Mutter zeigt in einem Tiktok-Video einen simplen Trick, mit dem das Kind seine Wut in den Griff bekommt – und kassiert dafür viel Zuspruch.

Eben noch war alles gut, doch plötzlich ist das Geschrei groß und die Tränen kullern über die roten Wangen: Eltern wissen, wie schnell und heftig Trotzanfälle auftauchen können, vor allem bei Kleinkindern. Und oft weiß man gar nicht, was genau eigentlich das Problem ist. Man versucht dennoch, dem Kind gut zuzureden und es zu beruhigen, doch häufig scheint es kein Durchkommen in den kleinen, wütenden Köpfen zu geben.

Viele Eltern scheinen dieses Gefühl der Machtlosigkeit zu kennen. Zumindest legen das die Reaktionen auf ein Video nahe, das eine Mutter bei Tiktok veröffentlicht hat. Innerhalb kurzer Zeit sammelte es 1,5 Millionen Likes und mehr als 13.000 Kommentare. Überschrieben ist es mit "Ich wollte euch zeigen, was ein Lebensretter für uns durch diese Kleinkindphase geworden ist".

Schauen Sie sich zunächst das kurze Video an:

@bareyoursoul

Wanted to share what has been a life saver for us through this toddler stage!🥰##fyp ##toddlers ##momlife ##cancelthenoise

♬ original sound - Kay

Am Anfang ist das Kind wütend, in weniger als einer Minute hat es sich wieder gefangen und verhält sich rational – ein bemerkenswerter Wandel. Zunächst muss man jedoch betonen, dass das Kleinkind sich noch am Anfang des Wutanfalls und noch nicht in einer völlig unkontrollierbaren Phase befindet, in der es lautstark brüllt und Dinge durch die Gegend wirft. Aber genau in diesem Moment sollte man als Elternteil eingreifen.

Erstmal durchatmen

Nun analysieren wir, was Kay getan hat: Zunächst spricht sie in ihrer sanftesten Mamastimme zu ihrem Sohn und bittet ihn, sich hinzusetzen und anschließend mehrfach tief durchzuatmen. Jede*r mit Kleinkindern weiß, dass das kein "normales" Verhaltensmuster ist. Die Mutter hat diesen Vorgang bereits häufig gemeinsam mit ihm geübt, wie sie in dem Video schreibt. Genauer gesagt: seit seinem zweiten Lebensjahr. Ein Prinzip, das man auch aus anderen Bereichen kennt. So sind tiefe Atemübungen ein wichtiger Baustein im Yoga und in Achtsamkeits-Übungen und ein zentraler Aspekt bei der Entspannung.

Als nächstes bittet die Mutter ihren Sohn, den Stress "abzuschütteln" ("shake it off"), was dabei hilft, das Verlangen seines Körpers zu befriedigen, seine Emotionen in diesem Moment physisch herauszulassen.

Zuhören ist die halbe Miete

Dann sagt die Mutter "Listening Ears", also "Ohren spitzen" beziehungsweise "gut zuhören". Dabei zeigt sowohl sie als auch der Junge auf sein Ohr. Diese unscheinbare Geste symbolisiert, dass sich beide auf den jeweils anderen konzentrieren und zuhören. Das ist essenziell, denn häufig rührt die Frustration eines Kleinkindes daher, dass es sich entweder nicht verstanden fühlt oder noch nicht artikulieren kann, was genau es will oder in diesem Moment braucht. Insofern vermittelt diese Geste das Gefühl, dass die Mutter sich vollends darauf konzentriert, zumindest herauszufinden, warum das Kind verärgert ist. Das allein ist häufig schon der erste, deeskalierende Schritt.

Nun wird die Situation aufgelöst: Sobald das Kind einen ansieht und auf das Ohr zeigt, sagt sie: "Sag Mama was los ist". Der Junge springt daraufhin sofort auf und zeigt auf den Mickey Goldfish (eine amerikanische Süßigkeit), den er begehrt. Hinter dem plötzlich auftauchenden Kummer können aber ebenso vermeintlich falsche Trinkbecher oder andere Details stecken.

Sobald die Mutter bestätigt, dass er gerne einen Snack haben kann, bessert sich seine Laune merklich. Sie lässt ihn zum Abschluss noch einmal tief einatmen und ein letztes Mal die Wut "abschütteln", dann ist der Trotzanfall überwunden.

Natürlich kann dieses Vorgehen keine Universallösung sein. Vermutlich funktioniert das im Video nur so gut, weil die Mutter diesen Vorgang schon viele Male mit ihrem Sohn geübt hat und er wiederum viele positive Erlebnisse damit verbindet, also auf seine Bedürfnisse eingegangen wurde.

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cf

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