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Peaches Geldof hinterlässt zwei kleine Söhne: Wie kleine Kinder trauern

Wenn ein Elternteil stirbt, bricht für Kinder die Welt zusammen - so wie bei den Söhnen von Peaches Geldof. Aber wie trauern so kleine Kinder - und wie können die Erwachsenen ihnen dabei helfen?

Der plötzliche Tod von Peaches Geldof mit 25 ist ein Schock - und ein schwerer Schicksalsschlag für ihre beiden Söhnchen Astala, knapp zwei Jahre, und Phaedra, knapp ein Jahr, die nun ohne ihre Mutter aufwachsen müssen. Aber wie viel verstehen die beiden Kleinkinder von dem, was da passiert ist? Wie trauern kleine Kinder und wie kann man ihnen dabei helfen?

"Was trauernde Kinder besonders brauchen, sind Menschen, die für sie da sind, liebevoll und einfühlsam", erklärt Trauerbegleiterin Gudrun Huber, 54. "Der Verlust eines Elternteiles ist für Kinder existenziell. Auch wenn sie noch nicht begreifen können, dass die Mutter verstorben ist, spüren sie die Trauer, die sich in ihrer Umgebung ausbreitet. Und je jünger Kinder sind, desto stärker werden sie vom emotionalen Klima ihrer Umgebung beeinflusst." Die Reaktionen auf diese gespürte Trauer können sich nonverbal manifestieren, laut Gudrun Huber beispielsweise in verändertem Schlaf- und Essverhalten, in Reizbarkeit, grundlosem Weinen.

Familie und Routine

Das Wichtigste für trauernde Kinder - besonders, wenn sie noch so klein sind - ist die Familie. "Werden sie nach dem Tod der Mutter durch ein warmes, liebevolles und verständnisvolles Umfeld begleitet, dürften keine gravierenden Schäden entstehen", so Gudrun Huber. Werden Gefühle jedoch verdrängt und negiert, können Verlustängste und spätere Bindungsstörungen die Folge sein.

Wichtig ist auch, so banal es klingt, unbedingt die gewohnte Routine beizubehalten. Huber: "Bei Kindern unter drei Jahren sollte versucht werden, keine Veränderungen im Ablauf der Aktivitäten wie Pflege, Essenszeiten oder Einschlafrituale vorzunehmen. Alles sollte möglichst so bleiben, wie es vor dem Todesfall war. Körperliche Nähe, Zärtlichkeit, Anwesenheit und viel Liebe können Trost spenden."

Sicher nicht einfach für erwachsene Hinterbliebene wie Thomas Cohen, den Ehemann von Peaches Geldof, der selbst unter Schock steht. Doch Offenheit kann helfen. Huber: "Je offener in einer Familie Gefühle gezeigt werden können, desto leichter ist es. Besonders wichtig ist es, mit dem Kind altersgerecht über den Verlust zu sprechen." Dafür sind die Söhne von Peaches Geldof noch viel zu klein, für ältere Kinder aber ist das entscheidend. "Mit 'Das verstehst du noch nicht' nimmt man ihm die Möglichkeit, den Verlust zu verarbeiten", so die Trauerbegleiterin.

Werden sich die Söhne von Peaches Geldof überhaupt an ihre Mutter erinnern? Gudrun Huber: "In diesem Alter nur, wenn die Erinnerung aufrecht erhalten wird. Also immer wieder über die Mama reden, Bilder anschauen, sie am Grab besuchen." Das sei unbedingt im Sinne der Kinder.

Und so hilft man Kindern beim Trauern:

• Alltagsroutine aufrecht erhalten, um dem inneren Chaos entgegenzuwirken

• Den Kindern immer wieder das Angebot machen, über ihre Gefühle zu sprechen

• Offen mit Gefühlen umgehen, auch den eigenen und die Kinder in ihrer persönlichen Trauer annehmen und unterstützen

• Den Kindern das Gefühl geben, dass auch ihr Verlust einzigartig und schwer ist

• Auch "unangemessenes" Trauerverhalten akzeptieren - jeder trauert anders, Kinder oftmals sprunghaft und etappenweise

• Altersgerecht über den Verlust sprechen

• Den Kindern auch andere Möglichkeiten der Verarbeitung wie Malen oder Tagebuch schreiben bieten

• Klare, einfache Worte wählen und das Thema Tod nicht tabuisieren

Vieles davon können die beiden Söhne von Peaches Geldof noch nicht begreifen. Doch dass ihre Mama für immer weg ist, das spüren Astala und Phaedra genau.

jbw
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