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Proteste in den USA: "Wirst du uns erschießen?", fragt ein Mädchen einen Polizisten – und wird von ihm umarmt

Ein Mädchen bricht auf einer Demo in den USA in Tränen aus und wird von einem Polizisten umarmt – das Video verbreitet sich auf Twitter und macht zumindest Hoffnung auf ein wenig Frieden.

Erfrischende Geste: US-Demonstrant versorgt Polizisten mit Wasser

Der gewaltsame Tod von George Floyd treibt die Menschen in den USA weiter auf die Straßen. Vor allem die afroamerikanische Bevölkerung protestiert gegen Polizeigewalt, Rassismus und Diskriminierung. Dabei kommt es immer wieder auch zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten. Im Internet ist vielfach auf Videos zu sehen, wie brutal die Sicherheitskräfte vorgehen.

Deshalb war die Angst der fünfjährigen Simone durchaus berechtigt, als sie sich am Samstag mit ihren Eltern an den Protesten in Houston im US-Bundesstaat Texas beteiligte. Ihr Vater erzählte auf Twitter, dass seine Tochter einen bewaffneten Polizisten gefragt habe: "Wirst du uns erschießen?" In einem Video ist zu sehen, wie der Polizist sich daraufhin zu Simone hockt, das Mädchen umarmt und sie beruhigt.

Polizist umarmt Mädchen: "Wir sind nicht hier, um euch wehzutun"

"Wir sind hier, um euch zu beschützen", sagt er ihr. "Wir sind nicht hier, um euch wehzutun. Ihr könnt protestieren, ihr könnt feiern, ihr könnt tun, was immer ihr wollt." Der Polizist in Kampfmontur habe gesehen, wie seine Tochter in Tränen ausgebrochen sei, erklärte Simones Vater. Das Video, das er am Mittwoch gepostet hatte, wurde extrem oft auf Twitter geteilt und dort schon fast zwei Millionen Mal angesehen.

Die ganze Familie beteiligte sich an der Demonstration nach dem Tod von George Floyd, der bei einem brutalen Polizeieinsatz ums Leben gekommen war. Auch Simone wird so schon früh von ihren Eltern damit vertraut gemacht, wie wichtig der Kampf gegen Rassismus ist. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir mit ihr mal so eine Unterhaltung führen müssen", sagte ihre Mutter dem "Houston Chronicle". Ihr sei aber wichtig, dass ihre Tochter verstehe, was gerade passiert.

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Proteste in den USA halten an

Für die Geste des Polizisten, der ihre Tochter in den Arm genommen hat, ist die Mutter dankbar. "Er hätte sich nicht hinknien und seinen Arm um sie legen müssen", sagte sie. "Ich weiß es zu schätzen, dass es ihm in dem Moment so wichtig war, zu ihr zu kommen."

Ein Ende der Proteste in den USA ist nicht abzusehen. Im ganzen Land gehen weiterhin Tausende Menschen auf die Straße. Bei einer bewegenden Trauerfeier für George Floyd in Minneapolis kündigte Bürgerrechtler Al Sharpton in Anlehnung an eine legendäre Kundgebung von Martin Luther King im Jahre 1963 zudem für August "einen neuen Marsch auf Washington" an, um gegen Diskriminierung zu protestieren.

Quellen: Simeon B. auf Twitter / "Houston Chronicle"

epp

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