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Was Schwangere tun können Hebamme verrät Tipps für eine entspannte Geburt

Baby liegt nach der Geburt auf der Brust der Mutter
Die Geburt ist geschafft - Mutter und Kind haben sich eine Pause mehr als verdient
© RobHainer/iStockphoto
Natürlich ist jede Geburt anders, doch ob sie für die Frau zu einem schönen Erlebnis wird, ist nicht nur Glück. Mit der richtigen Vorbereitung, kann jede Schwangere ihre Geburt positiv beeinflussen. Eine Hebamme gibt hier ihre besten Tipps.

Viele Frauen denken, dass es nicht in ihrer Hand liegt, ob die Geburt ihres Kindes gut oder schlecht verläuft. Ob man eine schöne Geburt erlebe, sei pures Glück. Oder vielleicht auch Veranlagung, Schicksal. Doch auch wenn das Glück natürlich seine Hände im Spiel hat, hat auch die Schwangere einen großen Einfluss auf den Ablauf der Geburt, betont Jana Friedrich, die als Hebamme in Berlin arbeitet und immer wieder erfahren hat, wie wichtig die Vorbereitung der werdenden Mutter ist.

Die zweifache Mutter hat ein ganzes Buch mit Tipps für eine entspannte Geburt geschrieben und bloggt regelmäßig über ihre Erfahrungen im Kreißsaal. Für sie gibt es drei Hauptfaktoren, die eine Geburt positiv beeinflussen:

1. Die Herausforderung annehmen

"Ich stelle ganz oft fest, dass die Frauen nur bis zur Kreissaaltür denken. Was dann passiert, ist ihnen überhaupt nicht klar", erzählt Jana Friedrich. "Viele Frauen kommen mit diffusen Ängsten in der Klinik an und hoffen, dass ihnen schon irgendwer helfen wird." Sie begeben sich in eine passive Rolle. Besser ist es laut der Hebamme, sich vorher bewusst mit der Geburt auseinanderzusetzen, sich über die Abläufe zu informieren und vielleicht auch eine Strategie zu entwickeln, wie man mit möglichen Ängsten umgehen will. "Ganz wichtig ist es, die Geburt als eine positive Herausforderung anzunehmen. Sich zu sagen, dass man das schaffen kann und will - auch wenn es bestimmt hart wird." Es gäbe bei schwangeren Frauen immer mehr Ängste rund um die Geburt. Sich vorher mit diesen auseinanderzusetzen, zum Beispiel im Gespräch mit der Hebamme, ist für Friedrich ein wichtiger Schritt hin zu einer schönen Geburt. Bei manchen Frauen wirke zum Beispiel ein vorher überlegtes Mantra gut gegen einsetzende Ängste, bei anderen wirke schon die reine Information über die Vorgänge während der Geburt Wunder.

2. Sich sein Team für die Geburt aussuchen

Wer die Frau bei der Geburt begleitet, hat einen großen Einfluss darauf, wie wohl sie sich fühlen wird. Ihre Mutter möchte dabei sein, Sie wissen aber schon vorher, dass sie Sie mit ihrer Nervosität nur anstecken wird? Dann hat die bald stolze Oma im Kreissaal nichts zu suchen. Meist ist ja der Partner die erste Wahl als Geburtsbegleitung. Doch auch der sollte sich vorbereiten: "Mir begegnen immer wieder Männer, die großes Mitleid mit ihrer Frau bekommen und sie dann aus der Situation retten wollen. Wenn der eigene Mann aber plötzlich nicht mehr daran glaubt, dass die Frau es schaffen kann, macht es das für sie noch schwerer", sagt Friedrich. Besser sei es, wenn das Paar vorher über die Geburt spräche und auch vielleicht eine Art Sprachcode festlege, wann die Frau "nur" mentale Unterstützung braucht und wann sie wirklich um Hilfe oder Schmerzmittel bittet.
Neben dem Partner spielt auch das Geburtsteam eine große Rolle, also die Hebamme oder die Ärzte, von denen die Frau betreut wird. Dieser Punkt hängt stark mit dem nächsten Faktor zusammen.

3. Einen Ort wählen

Wo möchte ich gebären - im Geburtshaus oder in einer Klinik? Lieber in einem großen Universitäts-Krankenhaus oder in der kleinen Klinik um die Ecke? Jede Frau sollte sich vorher mit diesen Fragen auseinandersetzen, auch wenn es natürlich Fälle gibt, in denen die Wahlfreiheit - zum Beispiel durch die Bedingungen der Schwangerschaft - nicht so groß ist. Doch Jana Friedrich empfiehlt jeder Frau, sich vorher genau zu erkundigen, ob der gewählte Ort auch zu einem passt. "Fühl ich mich da wohl und gut aufgehoben oder habe ich das Gefühl, die ganze Zeit um meine Sicht kämpfen zu müssen? Es ist ganz wichtig, dass die Frau sich fallen lassen kann", sagt die Hebamme. 

Auch noch wichtig

Natürlich gibt es daneben noch weitere Tipps. Zum Beispiel bringen immer mehr Frauen ihre eigene Musik oder ein Duftöl, das für sie besonders gut riecht, mit in den Kreißsaal. Inwieweit solche Dinge während der Geburt wirklich helfen, hängt laut Jana Friedrich immer von der Frau ab. "Manche fühlen sich davon unterstützt, andere sagen aber auch später, dass sie sich das alles hätten sparen können. Während der Geburt hätten sie von der schönen Musik eh nichts mehr mitbekommen. 

Eine weitere Sache sei aber trotz aller nötigen Vorbereitung noch sehr wichtig: zu versuchen, offen für die Situation zu bleiben. Vielleicht wollte die Schwangere immer eine Wassergeburt, stellt dann aber fest, dass sie sich in der Wanne nicht wohl fühlt. Während einer Geburt können unzählige Dinge geschehen, die dazu führen, dass es doch ganz anders abläuft als geplant. Das muss nicht negativ sein, meint Jana Friedrich. Es sei in solchen Momenten nur wichtig, sich auch von seinen Vorstellungen lösen zu können, auch wenn das bestimmt nicht einfach ist." 

vim

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