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LEIPZIG: Weihnachtsbudget gleich null

Ein Job muss her

Ein Job muss her

Der Blick ins Portemonnaie fördert den Sachverhalt unmissverständlich zu Tage: bis auf ein paar Groschen absolute Ebbe. Für Aufmerksamkeiten zum Nikolaus habe ich die letzten paar Märker ausgegeben. Bis Weihnachten muss das Portemonnaie also geflutet werden: ein Job muss her. Eines ist aber sicher: Es soll keine harte körperliche Arbeit, nichts »Unseriöses« und kein »Dauerjob« sein.

Die Jobangebote der Jobvermittlung des Studentenwerkes in der Goethestraße reichen von Forschungsjobs über Nachhilfe bis zum Blumenboten. Die Bezahlung liegt zwischen 10 und 15 Mark. Kurzfristige Jobs für möglichst viel Geld sind allerdings rar. Das bestätigt mir auch später Martina Lindhorst, die beim Studentenwerk für die Jobvermittlung zuständig ist. In ihrer Kartei muss man registriert sein und sich auch den Job persönlich »abholen«, wenn man einen über das Studentenwerk haben möchte.

Weihnachtsmann, Promoter, Umzugshelfer?

Umzugshelfer werden gesucht, aber zum Klavierschleppen bin ich nun wirklich ungeeignet. Und natürlich werden Weihnachtsmänner gesucht, aber ich tauge ja höchstens zur Weihnachtsfrau und überhaupt, ich will ja vor Weihnachten einen Job. Promoterin hieße die Alternative. Handzettel verteilen? Begeistert bin ich davon auch nicht, aber wenn sich nichts anderes findet, mache ich das für 10 Mark die Stunde.

Auf jeden Fall ist das Angebot groß und die meisten Jobs wirken seriös. Für meinen zweiten Versuch krame ich die diversen Leipziger Anzeigenblätter und die Leipziger Volkszeitung aus der Altpapierkiste. Die Anzeigen deuten eher auf längerfristige Jobs: Haushaltshilfe und Kinderbetreuung. Dazwischen suchen immer wieder »Top-Fotografen junge Models für Aktfotografie«.

Messehostess heißt die Lösung

Bei der Jobvermittlung des Studentenrates (kontakt@stura.uni-leipzig.de), die über Semesterbeiträge finanziert wird, finden sich Langzeitjobs für durchschnittlich zehn bis vierzehn Mark die Stunde, aber auch kurzfristige wie der einer Messehostess.

Die Sache interessiert mich, ich lasse mir vom Stura-Mitarbeiter die Adresse geben. Nach einem kurzen Telefonat und einem nicht viel längeren Vorstellungsgespräch habe ich den Job. Eine Woche lang werde ich für vier Stunden pro Tag eingesetzt. Auch die Bezahlung ist nicht schlecht: 18 Mark pro Stunde. Und wenn ich meinen Job gut mache, werde ich bei weiteren Angeboten dieser Art erneut »geordert«.

Für mich hat sich die Jobsuche damit innerhalb von zwei Tagen erfolgreich erledigt. Wer weiter suchen müsste, dem blieben Aushänge in und rund um die Uni, an Geschäften und Restaurants. (ah)

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