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MÜNSTER: Der Schrecken am Ende

Studieren ist ja ganz nett, wenn nur nicht die Prüfungen wären

Studieren ist ja ganz nett, wenn nur nicht die Prüfungen wären

Ich war nie eine gut organisierte Studentin. Für Klausuren lernte ich immer erst zwei Wochen vorher. Hausarbeiten entstanden stets in Nachtschichten. Aber, ich habe immer die Termine geschafft, wenn auch knapp. Und immer, wenn ich halb schlafend und Schokolade kauend über meinem Computer hing, habe ich mir geschworen: Deine nächste Hausarbeit beginnst du früher!

Aber mit meiner Magisterarbeit wollte ich wirklich rechtzeitig beginnen. Von wegen! Jetzt sitze ich hier, vier meiner sechs Monate sind vorbei. Mein bisheriges Ergebnis: Bedrückend wenig. Eigentlich interessiert mich mein Thema auch gar nicht mehr. Warum habe ich mir das nur ausgesucht!? Warum wollte ich eigentlich unbedingt Kommunikationswissenschaft studieren? Und warum gerade in Münster?

Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf, wenn ich nachts um halb zwei auf meinen Monitor starre. In meinem Zimmer liegen überall Kopien und überzogene Leihbücher, die mich mitleidlos anblicken.

Magisterarbeit und mündliche Prüfungen zählen fürs Examen

Nicht, dass ich die einzige bin, die gerade ihre Magisterarbeit schreibt. Immer wenn ich durchs Institut gehe, stehen sie da, meine Kommilitonen. Reden davon, dass alles prima klappt. Sind alle wirklich viel besser und weiter mit ihren Arbeiten? Wahrscheinlich nicht.

Eigentlich hätte ich mich in den letzten Jahren weniger anstrengen müssen. Alles, was ich an der Uni gemacht habe, zählt nichts. Nur diese eine Arbeit. Und die mündlichen Prüfungen. Aber daran will ich noch gar nicht denken.

Irgendwie werde ich wohl bestehen. Meine Freunde sind sich da ganz sicher. In letzter Minute werde ich es schaffen. Ansonsten habe ich die seltene Ehre, die einzige mir bekannte Studentin zu sein, die durch ihre Magisterarbeit gefallen ist.

Meine Freundin hat ihre Diplomarbeit in drei Wochen geschrieben. Es gibt also noch Hoffnung. (tt)

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