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MÜNSTER: Im Westen wird es teuer

Langzeitstudenten werden ab dem nächsten Sommersemester zur Kasse gebeten

Für Studenten in Nordrhein-Westfalen wird es ab dem Sommersemester 2003 teuer: Wer dann trotz Studienabschluss noch ein zweites Fach studieren möchten oder über die Regelstudienzeit hinaus an der Uni eingeschrieben ist, muss pro Semester 650 Euro zahlen.

Jenny, Studentin an der Uni Münster, ärgert das. Für ihre berufliche Zukunft studiert sie Volkswirtschaftslehre - damit ist sie bald fertig. Ihr eigentliches Interesse gilt aber den skandinavischen Sprachen - ihrem Zweitstudium. Für sie steht jetzt schon fest, dass sie dies nicht in Münster wird beenden können. 650 Euro pro Semester wird sie sich finanziell einfach nicht leisten können.

Jenny ist jedoch keinen Einzelfall: Laut Pressestelle der Westfälischen Wilhelms-Universität haben über 40 Prozent der Studierenden ihre Regelstudienzeit schon um mehr als drei Semester überschritten.

Hat der Münsteraner Student ein glückliches Händchen bei der Wahl seines Studienfaches bewiesen, ist das Studium auch in Münster in der geforderten Zeit zu schaffen. Fächer wie Anglistik, mit einer durchschnittlichen Studiendauer von 15 Semestern gehören allerdings nicht dazu.

Finanziell schlechter gestellte Studenten werden benachteiligt

Yvonne, Lehramtsstudentin in Münster, regt die neue Regelung auf. Sie finanziert sich ihr Studium fast komplett allein und ist damit doppelt benachteiligt: Ihr Studium dauert schon deshalb länger, weil sie so viel nebenbei arbeiten muss.

Für Yvonne bedeutet die neue Regelung, mehr arbeiten und weniger Geld zur Verfügung haben. Denn das wirft sie ab dem Sommersemester 2003 ins nordrhein-westfälische Haushaltsloch. Dafür darf sie allerdings einen verbilligten Kredit aufnehmen, sie studiert schließlich in einem SPD regierten Land. (tt)

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