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Uni Münster will zentralen Alumni-Verein gründen

Uni Münster will zentralen Alumni-Verein gründen

Dass das Wort »Alumni« wenig mit Metallverarbeitung zu tun hat, dürfte sich mittlerweile auch an der Universität Münster herumgesprochen haben. Hier, wo der Zahn der Zeit ein wenig langsamer als woanders nagt, will man sich nun auch wieder alten universitären Traditionen annehmen. Das, was Reformen und neue Ideen lange verhindert haben, soll jetzt wiederbelebt werden. Und das sogar von oberster Stelle: Bereits im Herbst soll eine vom Rektorat eingesetzte Arbeitsgruppe die Pläne für die Gründung eines gesamtuniversitären Ehemaligenvereins in die Realität umgesetzt haben. Was im angelsächsischen Sprachbereich bereits seit über 200 Jahren wunderbar funktioniert, soll also auch in Münster Realität werden.

Der Alumnus als Hoffnungsträger. Einstmals Bezeichnung für den Zögling einer Lehranstalt, soll er heute vor allem eines sein: Geldgeber. In Übersee finanzieren die Universitäten bereits einen Großteil ihres Etats aus den Spenden der ehemaligen Studierenden und Mitarbeiter. In Deutschland bleibt dieses immer noch eine Wunschvorstellung. Zwar haben sich auch in Münster schon einige Vereine und Fachbereiche den Ehemaligen angenommen, eine zentrale Anlaufstelle gab es aber noch nicht. »Die meisten Ehemaligen sind daran interessiert, nicht nur die Entwicklung in ihrem eigenen Fachbereich, sondern auch an der Gesamtuni und in der Stadt zu verfolgen«, so Claus Dapper, Dezernent für akademische Angelegenheiten und federführend in der Arbeitsgruppe. Man wolle ein Bindeglied sein und so die Ehemaligen weiter an die Alma Mater binden, hofft man.

Als Ergebnis könnte im Kleinen ein Kreis von Interessierten stehen, im Großen vielleicht schon bald die Garantie für lebendige und unabhängige Wissenschaft. Wie die ersten Schritte eines Ehemaligenvereins aussehen können, weiß Dr. Marianne Ravenstein vom Institut für Kommunikationswissenschaften ganz genau. Für das Leben an der Uni sei es besonders wichtig, dass sich nicht nur die großen und etablierten Studiengänge um die Absolventen bemühen, sondern auch die vermeintlich kleineren. Mit rund 90 Mitgliedern ist der MedienAlumni Münster e.V. so noch recht überschaubar. Aber die Aktivitäten sprechen für sich: Erstsemesterveranstaltungen, Examensfeiern, Ringvorlesungen und intensive Kontakte zur Praxis des Fachs sichern einen regen Austausch mit der nichtwissenschaftlichen Außenwelt. Netter Nebeneffekt für die Studenten: Über das Kontaktnetzwerk lassen sich Fragen mit Praktikern erläutern und Ansprechpartner stehen zur Verfügung. Außerdem lassen sich über den Ehemaligenverein Praktikumsplätze und andere Stellen gezielt und hochqualifiziert besetzen - ein Vorteil der direkten Wege in einem kleineren Institut.

Ob man den Kontakt der Absolventen zur Uni auch über einen zentralen Verein in der erhofften Weise noch realisieren kann, bleibt abzuwarten. Wünschenswert wäre es für alle Seiten. Denn so ginge auch an der Massenuniversität ein Stück Anonymität verloren. (mk)

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