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Wissenschaftler finden heraus Mungo-Weibchen zetteln Stress mit anderen Gruppen an – um sich heimlich mit dem Feind zu paaren

Können ganz schön kreativ werden, wenn es darum geht, den Partner zu hintergehen: Zebramangusten
Können ganz schön kreativ werden, wenn es darum geht, den Partner zu hintergehen: Zebramangusten
© Michael Weber/ / Picture Alliance
Weil eine spezielle Art Mungos in Afrika zumeist nur unter sich bleibt, haben die Weibchen eine raffinierte Methode entwickelt, um den Genpool zu erweitern. Und zwar auf Kosten ihrer Gatten.

Ein Mungo-Art in Afrika, die Zebramangusten, bleibt eigentlich gern unter sich. Oftmals verlassen die sehr territorialen Tiere ein Leben lang niemals die kleine Gruppe, in die sie hineingeboren werden. Evolutionsbiologisch ist das natürlich ungünstig, Inzucht und damit verbundene, vermehrte Fehlbildungen können die Folge sein. Wissenschaftler haben nun heraus gefunden, dass die Weibchen der Zebramangusten diese Gefahren offenbar erkannt haben – und auf hinterhältigste Art und Weise gegensteuern.

Die weiblichen Mungos gehen bewusst auf Konfrontationskurs mit anderen Mungo-Gruppen in der Region und nutzen das entstehende Chaos und die Gewalt, um sich heimlich mit Männchen der anderen Gruppe davonzuschleichen und zu paaren. Das berichten mehrere Wissenschaftler in einem Artikel im Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America". Die Autoren lehren an den britischen Universitäten Cambridge und Exeter.

Demnach profitieren die Weibchen vom erweiterten Genpool, die Kosten für die vermehrten Kämpfe tragen aber fast ausschließlich die Männchen. "Wir hatten bereits seit längerem beobachtet, dass rivalisierendes Zebramangusten-Gruppen sich oft in brutalen Schlachten bekämpfen – nun wissen wir auch, warum", wird Michael Cant von der Universität Exeter in einem Statement zitiert.

Von Mungos und Menschen

Analysiert wurde das Verhalten von einer Mungo-Population im Queen Eliabeth National Park in Uganda aus den vergangenen 16 Jahren. Die Forscher ziehen daraus Parallelen zu menschlichem Verhalten und beschäftigen sich auch mit der Frage, warum der Mensch oft zu derart aggressivem Verhalten gegenüber seinen Artgenossen tendiert.

Das Verhalten der weiblichen Mungos sei mit dem von Anführern und Machthabern unter Menschen vergleichbar. Derjenige der die Gewalt provoziert, profitiert selbst davon und andere tragen die Kosten. Unter Menschen schickt der Machthaber Soldaten los und muss meist nicht fürchten, selbst sein Leben zu verlieren. Gewinnt er den Konflikt, profitiert er von den erbeuteten Reichtümern.

Ganz ähnlich sei das bei den Mungos, wenngleich die Weibchen etwas listiger vorgingen. Die Sterblichkeit bei den Mungo-Kämpfen sei "vergleichbar mit denen, die man bei den kriegerischsten Säugetieren sehe, etwa bei Löwen, Schimpansen und natürlich Menschen", schreibt Rufus Johnstone von der Universität Cambridge. Auch bei den Mungos zahlen jedoch nicht diejenigen den Preis, die die Konflikte initiieren: Fast ausschließlich männliche Zebramangusten fielen den Kämpfen zum Opfer.

Quellen:  Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America / CNN

fin

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