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Ölpreis: Benzin so günstig wie vor drei Jahren

Der Preis für einen Liter Benzin ist auf 1,19 Euro gefallen und damit so niedrig wie seit Mai 2005 nicht mehr. Eine 50-Liter-Tankfüllung Benzin kostet derzeit rund 20 Euro weniger als zu den Rekordzeiten im Juli. Auch beim Heizöl lohnt es sich, jetzt zuzuschlagen - doch einen Liefertermin zu bekommen, ist derzeit nicht einfach.

Die sinkenden Ölpreise drücken die Preise an den deutschen Tankstellen. Am Montag kostete ein Liter Benzin im bundesweiten Durchschnitt weniger als 1,19 Euro, teilte der Branchenführer Aral in Bochum mit. Diesel war mit knapp 1,18 Euro lediglich einen Cent billiger. Damit sei der Benzinpreis auf das Niveau vom Mai 2005 gefallen, sagte ein Unternehmenssprecher. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl hat sich innerhalb weniger Monate von seinem Rekordstand von fast 150 Dollar Anfang Juli bis auf etwas mehr als 50 Dollar annähernd gedrittelt.

Diesel ist dagegen vergleichsweise teuer, weil gegenwärtig eine hohe Nachfrage nach dem technisch verwandten Heizöl die Preise nach oben treibt. Dennoch muss man bis Anfang September 2007 zurückgehen, um ähnlich günstige Dieselpreise zu finden.

An den europäischen Ölmärkten ist Diesel seit langem teurer als Benzin; der Steuervorteil von rund 18 Cent je Liter für Dieselkraftstoff wird durch die höheren Einkaufskosten fast ausgeglichen. In europäischen Ländern mit anderen Steuersätzen ist Diesel auch an der Zapfsäule die teurere Alternative; so kostete Anfang November zum Beispiel in Großbritannien ein Liter Benzin 1,22 Euro und ein Liter Diesel 1,38 Euro.

Der Preis für Heizöl ist erstmals seit einem Jahr im Durchschnitt von 14 großen deutschen Städten wieder unter 70 Euro (für 100 Liter) gefallen, meldete der Energie-Informationsdienst EID in Hamburg. Die zuletzt sehr starke Nachfrage habe sich nach Angaben von Händlern wieder etwas beruhigt. Dennoch müssen die Heizöl-Käufer in vielen Städten mit Wartezeiten rechnen, ehe sie beliefert werden. Der Heizöl-Boom ist darauf zurückzuführen, dass viele Kunden sich in der Phase des teuren Öls mit Käufen zurückhielten und nun ihre leeren Tanks füllen müssen.

Opec senkt Prognose

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) senkte wegen der Konjunkturabkühlung ihre Prognosen für den weltweiten Erdölbedarf. Damit wird immer wahrscheinlicher, dass die Staaten des Ölkartells zur Stützung der Preise ihre Fördermenge weiter drosseln werden. Laut dem am Montag veröffentlichten Monatsbericht der Opec wird die Welt 2009 im Schnitt 30,92 Millionen Barrel pro Tag (bpd) verbrauchen. Das sind 220.000 bpd weniger als die Opec bislang erwartet hatte und 920.000 bpd weniger als ihre Prognose für das laufende Jahr. Das zunehmende Risiko einer anhaltenden weltweiten Rezession und die mit dem Nachfragewachstum verbundenen Unsicherheiten übten deutlichen Druck auf die Ölpreise aus, heißt es in dem Bericht.

DPA/Reuters / DPA / Reuters
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