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R-Telefonate: Anbieter trägt alle Kosten

R-Telefonate haben für den Anrufer den Vorteil, dass sie ihn nichts kosten. Aber auch der Angerufene, der normalerweise die Kosten solcher Gespräche trägt, kommt unter bestimmten Umständen billig weg.

Eltern müssen von ihren Kindern angenommene teuere R-Telefonate nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) derzeit nicht zahlen. Ein Telefonanschluss müsse nicht technisch vor R-Gesprächen Dritter gesichert werden, hieß es in der veröffentlichten Entscheidung. Das sei nicht zumutbar.

Bei den ursprünglich für Notfälle eingerichteten R-Gesprächen zahlt nicht der Anrufer die Telefongebühren, sondern der Angerufene. Die Richter hoben damit ein Urteil des Landgerichts Würzburg auf. Dieses hatte eine Mutter dazu verurteilt, die Kosten für R-Gespräche in Höhe von knapp 600 Euro zu bezahlen, die ihre Tochter 2003 innerhalb eines Monats mit ihrem Freund verursacht hatte. Geklagt hatte der Telefon-Anbieter 01058 Telekom GmbH (Az.: III ZR 152/05).

Gesetzesentwurf sieht Sperrung vor

Verbraucher könnten jedoch später einmal zu einer entsprechenden Vorsorge gezwungen sein, wenn sie ihren Anschluss, wie von der Bundesregierung in einem Gesetzesentwurf vorgesehen, für R-Gespräche sperren lassen könnten, hieß es außerdem.

Bei R-Gesprächen wird der Angerufene zunächst gefragt, ob er das für ihn kostenpflichtige Gespräch entgegen nehmen will. Stimmt er zu, wird das Gespräch durchgestellt. Dabei fallen in Deutschland wesentlich höhere Kosten an als für ein normales Telefonat. So kostete ein R-Gespräch in dem Fall damals 2,9 Cent pro Sekunde. Nach Angaben der Firma in der Verhandlung des BGH im Februar werden derzeit 1,50 Euro pro Minute im Mobilnetz und 48 Cent pro Minute im Festnetz fällig.

Gesprächspreise womöglich Wucher

Die Mutter habe weder technische Vorsorge betreiben, noch ihrer damals 16-jährigen Tochter die Entgegennahme der R-Gespräche verbieten müssen, entschied der BGH nun und wies den Fall zur erneuten Verhandlung an das Landgericht zurück. Denn dieser spezielle Dienst mit seinen hohen Kosten müsse normalen Telefonnutzern nicht geläufig sein. Die Mutter hafte daher nicht für die Gespräche, wenn sie tatsächlich von ihrer Tochter geführt worden seien. Das Landgericht müsse außerdem prüfen, ob der Preis für die Gespräche Wucher gewesen sei.

Reuters / Reuters

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.