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Bike-Check Reifendruck: So finden Sie den optimalen Wert für Ihr Fahrrad

Reifendruck Fahrrad: Kleiner Junge pumpt mit einer Ständerpumpe sein Rad auf
Wie so oft ist auch beim Reifendruck ein gesundes Mittelmaß die perfekte Lösung. Wieviel Druck es sein sollte und was beim Pumpen sonst noch wichtig ist, erfahren Sie in diesem Artikel.
© Morsa Images / Getty Images
Mit den ersten Sonnenstrahlen des Jahres beginnt auch die Radsaison. Und mit ihr stellen sich viele Biker die Frage: Wie hoch sollte eigentlich der Reifendruck an meinem Fahrrad sein? Und wo finde ich den überhaupt? Das und mehr erfahren Sie in diesem Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Der Frühling ist traditionell die Jahreszeit, in der das Fahrrad aus dem Winterschlaf geholt, von Staub und Spinnweben befreit und für die ersten Touren vorbereitet wird. In der Regel genügt eine simple Sichtkontrolle, um festzustellen, wo Hand angelegt werden muss. Die Reifen gehören meist dazu. Sind die Ventile nicht 100-prozentig dicht, entweicht über den Winter peu à peu ein wenig Luft. Pro Monat kann der Reifen bis zu einem Bar Druck verlieren. Bei einem Mountainbike-Reifen kann da nach dem Winter die Luft schonmal komplett raus sein. Die Kontrolle des Reifendrucks am Fahrrad sollte deshalb vor der Jungfernfahrt in den Frühsommer die erste Amtshandlung sein.

Warum der Reifendruck wichtig ist, wieviel Luft die Pneus an Mountainbike, Rennrad und Citybike vertragen und welche Luftpumpen sich für zu Hause und unterwegs am besten eignen, lesen Sie in diesem Artikel.

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Warum ist der Reifendruck am Fahrrad so wichtig?

Wer schon einmal auf der Felge nach Hause geholpert ist, weiß, warum der Reifendruck am Fahrrad wichtig ist. Nur mit dem entsprechendem Reifendruck können die Räder das Bike und seinen Fahrer überhaupt tragen. Gefühlt gehen Radler hierzulande eher vorsichtig mit der Luftpumpe um. Heißt: Sie fahren häufiger mit weniger Reifendruck. Das hat Vor- und Nachteile. Weil sich der Reifen unter dem Gewicht leichter zusammendrücken lässt, ist die Auflagefläche auf dem Boden und damit der Rollwiderstand größer. Das bedeutet, man muss (insbesondere auf der Straße) mehr Energie aufwenden, um schnell vorwärts zu kommen. Zudem bietet man Glasscherben und spitzen Steinen eine größere Angriffsfläche. Sie können sich leichter durch den Mantel bohren und den Schlauch beschädigen. Wer permanent mit zu wenig Reifendruck unterwegs ist, beschleunigt noch dazu den Verschleiß des Reifens. Das Profil leidet und im schlechtesten Fall bilden sich gefährliche Risse in der Seitenwand.

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1. Geringer Reifendruck

Vorteile

Nachteile

guter Grip

höheres Durchschlagrisiko

angenehmeres Fahrgefühl

geringere Stabilität

solides Abrollverhalten abseits der Straße

Auf der anderen Seite fahren sich Reifen mit etwas weniger Reifendruck sehr komfortabel, weil Stöße und Wellen gut abgefedert werden. Grundsätzlich gilt: Breitere Reifen vertragen weniger Luftdruck besser als beispielsweise schmale Reifen, wie sie an Rennrädern oder Crossbikes montiert werden. Gleiches gilt für sogenannte Tubeless-Reifen. Das Prinzip der Schlauchlos-Reifen beruht schlicht darauf, dass die Luft direkt in den Hohlraum zwischen Felge und Mantel gepumpt wird, anstatt in einen Schlauch, der im Reifen liegt. 

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2. Hoher Reifendruck

Vorteile

Nachteile

gute Stabilität

eher unkomfortabel

geringes Durchschlagrisiko

höherer Rollwiderstand bei Offroad-Touren

weniger Griffigkeit

Im Gegensatz zu Reifen, die mit zu wenig Luft gefahren werden, bieten Reifen mit hohem Druck bedeutend mehr Fahrstabilität, erfordern dafür aber auch größeres fahrerisches Können, weil sie Fahrfehler weniger gut verzeihen. Und Komfort steht bei hohem Reifendruck auch nicht ganz oben auf der Checkliste. Dafür besteht eine deutlich geringere Pannengefahr. Vor allem Durchschläge (auch als Schlangenbiss bekannt) sind bei sehr hohem Reifendruck eher unwahrscheinlich. Für Touren abseits der Straße sind hart aufgepumpte Reifen dagegen nicht optimal, weil man durch die schmale Auflagefläche kaum Grip hat und damit weit weniger Kontrolle als bei etwas weicher aufgepumpten Pneus. Zum Abschluss noch ein Pluspunkt: Hart aufgepumpte Reifen verschleißen wegen des geringen Rollwiderstands langsamer als ihre weichen Kollegen.

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Welcher Reifendruck ist der richtige?

Ganz pauschal kann die Frage nach dem optimalen Reifendruck nicht beantwortet werden. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Neben dem Gewicht des Radfahrers, der geplanten Strecke und der Art des Reifens gehören auch persönliche Vorlieben dazu. Grundsätzlich lohnt sich aber immer ein Blick auf den Mantel, denn dort findet man schon einen ersten Anhaltspunkt. Angegeben wird da meist ein Zielkorridor, den der Hersteller des Mantels für sein Produkt empfiehlt oder besser: für den der Reifen zulässig ist. Zum Beispiel: 3.4 - 5.1 bar (Angabe auf einem City- oder Mountainbike-Reifen). Wobei Ersteres der Mindestdruck ist und der zweite Wert möglichst nicht überschritten werden sollte. Grundsätzlich gilt aber: Je schmaler der Reifen, desto größer der Druck. Bei einem Fahrergewicht von 75 Kilogramm werden bei entsprechender Reifenbreite folgende Richtwerte empfohlen.

  • 20 mm – 9.0 bar (Rennrad, eher selten)
  • 23 mm – 8.0 bar (Renn- und Triathlonrad)
  • 25 mm – 7.0 bar (Renn- und Triathlonrad)
  • 30 mm – 5.5 bar (Touren-Rennrad)
  • 40 mm – 4.0 bar (City- und Trekkingbike)
  • 54 mm – 2.5 bar (Cross Country- und Mountainbike)
  • 60 mm – 2.0 bar (Enduro MTB)

Wie überprüft man den Reifendruck?

Eine gewöhnliche Luftpumpe hat keine Anzeige, über die man den Luftdruck kontrollieren und anpassen kann. Hier hilft eine Standpumpe mit einem Manometer, das den Luftdruck digital oder mit einem kleinen Zeiger in bar und PSI ausspuckt. Das Ziffernblatt befindet sich in der Regel im Bereich des Standfußes oder ausklappbar am oberen Ende des Pumpzylinders. Mit diesen Standpumpen lassen sich theoretisch elf Bar und mehr in einen Reifen pressen. Diese Werte werden aber hauptsächlich im Straßenradsport oder Triathlon erreicht.

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Autoventil oder Sclaverand – die große Frage?

Der Handwerker-Spruch "Was nicht passt, wird passend gemacht" ist im Falle von Luftpumpen und Fahrradventilen nicht hilfreich. In einen Reifen mit Autoventil (auch als Schrader bekannt) bekommt kein Mensch der Welt Luft, wenn er nur eine gewöhnlich Pumpe mit Sclaverand-Aufsatz (Presta) zur Hand hat. Auch umgekehrt verpufft dieser Versuch. Achten Sie deshalb darauf, mit welchem Ventil ihre Reifen ausgestattet sind, bevor Sie sich eine Luftpumpe kaufen. Oder noch besser: Besorgen Sie sich eine Pumpe mit Manometer sowie Wechselaufsätzen für alle Ventilarten. Für unterwegs bieten sich Mini-Fahrradpumpen an. Auch die sind mittlerweile mit Wechsel-Adaptern erhältlich. Hier lässt sich im Zweifel der Reifendruck zwar nicht überprüfen – für den Weg nach Hause reicht es aber allemal, wenn der Reifen per Hand nach Bauchgefühl aufgepumpt wird.

Quellen:  schwalbe.com; fahrradmagazin.net

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