RÜCKGANG Leere Schulen?


Weniger als zehn Millionen Schüler besuchten im letzten Jahr die deutschen Schulen. Vor allem im Osten gibt es aus demographischen Gründen starke Rückläufe. Alle Zahlen im Überblick

Die Zahl der Schüler in Deutschland sinkt weiter. Wie bereits im vergangenen Jahr liegt auch im laufenden Schuljahr die Schülerzahl an allgemein bildenden Schulen mit 9,9 Millionen unter der Zehn-Millionen-Grenze, wie das Statistische Bundesamt Destatis am Donnerstag bekannt gab. Dabei gab es noch einmal 90.500 oder 0,9 Prozent weniger Schüler als im Vorjahr. Für den Gesamtrückgang ist eine deutliche Abnahme der Zahl in Ostdeutschland verantwortlich, im Westen stieg die Schülerzahl dagegen leicht.

Der Osten zieht die Zahlen nach unten

Demnach gibt es im Schuljahr 2001/2002 in den neuen Bundesländern 127.200 oder 6,2 Prozent weniger Schüler. Im Westen stieg dagegen die Zahl um 36.700 oder 0,5 Prozent. Insgesamt setzt sich der im Vorjahr begonnene Rückgang der Schülerzahlen fort, im vergangenen Jahr waren diese erstmals seit 1995 unter die Zehn-Millionen-Grenze gesunken. Laut Destatis ist in den kommenden Jahren mit einem weiteren Rückgang zu rechnen.

Demographische Gründe

Derzeit werden 139.800 Grundschüler weniger unterrichtet als noch vor einem Jahr (-4,2 Prozent), wobei auch im Westen ein Rückgang zu verzeichnen ist. Dort sind es 2,6 Prozent weniger (73.900), in den neuen Ländern und in Berlin sogar 13,6 Prozent (65.900) weniger. Dieser demographisch bedingte Rückgang wird sich in den kommenden Jahren auch auf die weiterführenden Schulen auswirken.

Strukturbedingte Zuwächse gibt es dagegen bei den Schulen des zweiten Bildungsweges (4,2 Prozent, 2.000 Schüler mehr) und den Schularten mit mehreren Bildungsgängen (2,7 Prozent, 11.800 Schüler mehr). Ursache dafür ist laut Destatis vor allem der weitere Ausbau der so genannten Kombinierten Klassen an Sekundarschulen anstelle von Haupt- und Realschulen in Sachsen-Anhalt.

Mehr Gymnasiasten

Die Steigerungsraten bei Hauptschulen mit 0,8 Prozent (8.900), bei Realschulen mit 1,1 Prozent (14.500) sowie bei Sonderschulen mit 0,9 Prozent (4.000) lagen annähernd gleich hoch. Der leicht höhere Zuwachs der Schülerzahlen bei Gymnasien von 1,2 Prozent (28.100) beruht zum Teil auf der Einführung des 13. Schuljahres in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Ohne diesen Sondereffekt würde die Zunahme nur 0,6 Prozent (12.500) betragen.

Weniger Mädchen

Der Anteil der Mädchen an allgemein bildenden Schulen liegt bei 49,2 Prozent, ist jedoch je nach Schulart sehr unterschiedlich verteilt. Die Spanne reicht von 36,4 Prozent in Sonderschulen über 43,7 Prozent in Hauptschulen bis zu 54,5 Prozent in Gymnasien.


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