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stern-Umfrage: Eltern hadern mit deutschem Schulsystem

Mehr als die Hälfte der Mütter und Väter sind mit dem deutschen Schulsystem unzufrieden. Die Kinder würden nicht gut genug auf den Beruf vorbereitet. Ihre Forderung: mehr Freiheit für die Schulen.

Von Catrin Boldebuck

Ganze 62 Prozent der deutschen Eltern glauben, dass die Schulen ihre Kinder nicht gut auf den Beruf vorbereiten. 54 Prozent sind unzufrieden mit dem Schulsystem. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des stern. Damit Schule besser wird, sollten Eltern stärker mitarbeiten, sagen 74 Prozent der Mütter und Väter. Eine große Mehrheit (82 Prozent) fordert: In Zukunft sollten Schulleiter mehr Verantwortung bekommen. Sie sollten zum Beispiel Lehrer einstellen und entlassen dürfen; der Direktor sollte das Budget für seine Schule selbst verwalten.

Eltern fordern nicht nur mehr Freiheiten für die Schule, sie haben ganz konkrete Verbesserungsvorschläge: 96 Prozent wünschen, dass Kinder in der Schule stärker individuell gefördert werden. Schulen sollen insgesamt besser ausgestattet werden, sagen 94 Prozent der Mütter und Väter. Die Lehrer müssen besser ausgebildet werden (93 Prozent).

Bitte mehr Sanktionen

Ebenfalls 93 Prozent fordern, dass die Klassen deutlich kleiner werden sollen. Die Hälfte der Eltern befürwortet mehr Sanktionen in der Schule. Nur jedes zehnte Elternteil ist dafür die Noten abzuschaffen.

Sechs Kriterien sind den über 700 befragten Müttern und Väter mit Kindern von 5 bis 17 Jahren wichtig bei einer guten Schule: ein gutes Klima (82 Prozent), Konflikte werden friedlich gelöst (75 Prozent), die Schule entwickelt sich kontinuierlich weiter (74 Prozent), jedes Kind wird im Unterricht individuell gefördert (70 Prozent), mit der Vielfalt der Schüler wird gut umgegangen (62 Prozent) und die Schüler zeigen gute Leistung (31 Prozent).

Es gibt bereits Schulen, die alle diese sechs Kriterien erfüllen, das zeigt der Deutsche Schulpreis. Zu dem bundesweiten Wettbewerb rufen die Robert-Bosch-Stiftung und die Heidehof-Stiftung in Kooperation mit dem stern und der ARD auf. 119 Schulen bewarben sich für den mit 230.000 Euro dotierten Schulpreis. Am Freitag wurde die begehrte Trophäe von Bundespräsident Christian Wulff an die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule in Göttingen verliehen.

Gute Schulen, aber auch gute Lehrer sollten in der Öffentlichkeit mehr Anerkennung bekommen und deutlich sichtbar werden, damit sie als Vorbilder dienen können. Das sagen bis zu 80 Prozent der befragten Eltern.

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