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TEIL 13: Ausflug in die Ukraine

Ein Ausflug in die Ukraine und nach Ungarn stand auf dem Programm. Mit meinem Czech-Politics-Professor - und mit 36 trinkfesten Tschechen.

Diesmal eine kleine Innovation: ein monothematischer Tagebuch-Eintrag über einen Ausflug mit meinem Czech-Politics-Professor und seinem Sportverein »TJ Sokol Mechenice« in die Ukraine. Dieser Ausflug schimpfte sich Studienfahrt, weil wir uns vor allem in Ruthenien herumgetrieben haben, in der westlichen Grenzregion Slowakei/Ukraine. Das Fleckchen Erde gehörte zur Tschechoslowakei, zu Ungarn und ab '45 zur Sowjetunion. Dort wird ukrainisch gesprochen, kyrillisch geschrieben und irgendwie russisch gedacht.

Klischee bestätigt!

Mich haben die fünf Tage sehr beeindruckt, wenn es auch ganz schön anstrengend war. Erst einmal ging's rund 800 Kilometer in einem 60er Jahre-Schulbus ans andere Ende der Slowakei nach Kosice. Dann in Uzgerod über die Grenze, hier wurden sämtliche meiner Klischee-Vorstellungen von einem Ex-Sowjetunion-Land erfüllt: Strenge Frauen mit borstiger Kurzhaarfrisur, die ohne ein Lächeln Immigration-Card, Visum und Augenfarbe kontrollierten, der Bus wurde gefilzt.

Zwei Tage sind wir dann durch die Region gefahren, vorbei an richtig hohen Bergen (schreibt das Ostfriesen-Mädel) und weiten Tälern, durch die sich flache Flüsschen ziehen. Hängebrücken wie im Dschungelbuch, vereinzelte Holzhütten. Gleichzeitig ist es aber auch sehr arm, Frauen mit Kopftüchern bearbeiten ihren fussballfeldgroßen Acker, übliches Transportmittel sind Pferdekutschen und Ladas, die auf Schlaglochstraßen poltern. Es wird viel Wein angebaut, Hirten schicken ihre Kühe an steile Berghänge zum Weiden oder treiben sie die Hauptverkehrstraße entlang.

Von der Ukraine aus ging es weiter nach Ungarn, was wirklich fast einem »Clash of Civilzation« gleichkam: auf einmal riesige Werbeschilder an den Straßen, Autohäuser, wie man sonst in West-Europa sieht usw. Auf dem Weg nach Budapest sind wir durch die Puszta-Region gefahren, ich fand es wunderschön: einfach nur Weite, keine Bäume, noch nicht mal Sträucher, geschweige denn Tiere oder gar Menschen, nur Heide und Mohnfelder.

Und dann gab es da ja noch die Reisegruppe: Wenn 36 Tschechen »auf Ausflug« sind, dann sind sie auch wirklich »auf Ausflug«! Ich war mit äußerst trinkfesten Leuten unterwegs; um 10 Uhr ging die Gambrinus-Bierdose auf, und vor mir saßen zwei Mitvierzigerinnen, die sich sehr gut mit einer Flasche Becherovka vergnügt haben. Das Angenehme war aber, dass die Tschechen es offensichtlich schaffen, ein konstant-angenehmes Schäkerniveau zu halten. Eklig wird es bei denen nicht, sondern nur gut gelaunt (und später schläfrig).

Zum Abschluss gibt es statt Tschechisch noch ein wenig ukrainische Lautsprache:

Dobry djenje: Guten Tag

Zdorov: Hallo

Do pobatschännja (oder so ähnlich ;-): Auf Wiedersehen

Spasiji (?): Danke

Beste Gruesse, jetzt wieder aus Prag

Marlies

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