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TEIL 4: Krankenhaus

Na, das ist doch eine dramatische Betreffzeile, oder? Es geht um meinen rechten Knöchel. Den hatte ich mir bei der Wandertour in der Slowakei verknackst...

Na, das ist doch eine dramatische Betreffzeile, oder? Es geht um meinen rechten Knöchel. Den hatte ich mir bei der Wandertour in der Slowakei verknackst. Inzwischen ist er entzündet, weil ich auch noch eine Fleischwunde hatte, mhhh, lecker. Also hab ich mir von Lucia, der tschechischen Politikstudentin, die wichtigsten Vokabeln übersetzen lassen (entzündet: zaniceny¿, geschwollen: otekly¿) und bin zu ihrer Hausärztin getapert. Im Büro von Dr. Daniela Podzimková war ein heilloses Chaos - aber es kommt ja auf das Fachwissen an. Zumindest lernt man hier, sich nicht von Äußerlichkeiten abschrecken zu lassen. Madame Podzimková hat dann für etwa fünf Sekunden meinen zierlichen Knöchel in der Hand gehalten, mich zum Röntgen überwiesen und mir sage und schreibe drei Medikamente verschrieben: Einmal täglich Antibiotika und viermal täglich vier »posttraumatische Tabletten«, wie sie sich ausdrückte. Falls ich mich an ihren Menüvorschlag halte, schmeiße ich am Tag 17 Tabletten ein - und das alles wegen eines verstauchten Knöchels. Bezahlt hab ich dafür ein Vermögen, für den Arztbesuch 13 Euro Cash auf die Hand, für die Medikamente etwa 30 Euro. Aber trotzdem nicht so tragisch: Meine Krankenversicherung in Deutschland hat sich bereit erklärt, mir das Geld zu überweisen, wenn ich die Quittungen einschicke.

Heute Morgen stand ich dann im Frantisek-Krankenhaus und habe mit dem Langenscheidt-Sprachführer, Kapitel: »Im Ernstfall«, versucht zu erklären, dass mein Fuß geröntgt (rentgenovat) werden muss. Die Krankenhaus-Ärzte rennen hier barfuss in Gesundheitslatschen herum, tragen blau-weiße Kittel und meiner Meinung nach keine Unterwäsche. Beim Röntgen sind die auch nicht zimperlich: Auf den Tisch setzen, ein freundliches »Don't move!« - Bleischürze etc. brauchen wir hier nicht... Ergebnis des Foto-Shootings: nur eine Prellung.

So, beste Grüße und bis zur nächsten Folge, vielleicht zum Thema: die Minirocklänge der Tschechinnen: kurz vor »gynäkologisch relevanten Bereichen«, wie das ein Journalist mal geschrieben hat...

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