HOME

Wirtschaftsforscher: Tank-Horror noch nicht vorbei

Der Liter Diesel für 1,40 Euro, Super für über 1,50: Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung erwarten keinen Preisstop. Besonders bitter: Sollte der Euro-Kurs nachgeben, würde Benzin noch teurer - und der Liter Super locker 1,87 Euro kosten.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet mit weiter steigenden Benzinpreisen. Bei Superbenzin sei in den nächsten Wochen mit einem Anstieg auf über 1,50 Euro je Liter zu rechnen, sagte die Energieexpertin des Instituts, Claudia Kemfert, der "Bild"-Zeitung (Donnerstag). Auch für Dieselkraftstoff erwarte sie neue Rekordstände. "Der Dieselpreis wird in den nächsten Wochen bis auf 1,40 Euro pro Liter steigen", sagte Kemfert.

Diesel für 1,75 Euro

Sollte der Euro gegenüber dem US-Dollar an Wert verlieren, sei ein noch deutlicherer Anstieg zu erwarten. Nach DIW-Berechnungen könnte das Preisplus bis zu 40 Cent pro Liter betragen. "Bei einem Eurokurs von 1,20 Dollar würde der Liter Diesel 1,75 Euro kosten, der Liter Super 1,87 Euro", sagte Kemfert. Am Mittwoch waren die Treibstoffpreise auf Rekordstände gestiegen. Für Superbenzin wurden bis zu 1,46 Euro fällig. Der Preis für US-Leichtöl notierte knapp unter der Marke von 100 Dollar je Fass.

"Die Preissprünge bei Öl und Gold sind direkt auf den Verfall des Dollar zurückzuführen", sagte LBBW-Rohstoffanalyst Frank Schallenberger. Da beide Rohstoffe in Dollar abgerechnet werden, steigt bei einem fallenden Dollar-Kurs die Nachfrage außerhalb der USA. Die Nordsee-Ölsorte Brent legte am Mittwoch in der Spitze ebenfalls um zwei Prozent auf 95,19 Dollar zu. Nach Bekanntgabe der mit Spannungen erwarteten US-Öllagerbestände am Nachmittag rutschte der Ölpreis wieder unter 98 Dollar. R

Sprung über 100-Dollar-Marke nur eine Frage der Zeit

Der Sprung über die magische 100-Dollar-Marke ist nach Einschätzung von Experten aber nur eine Frage der Zeit. "Die strukturell steigende Nachfrage wird den Ölpreis langfristig weiter in die Höhe treiben", betonte Fondsmanager Robin Batchelor von der Merrill-Lynch-Fondsgesellschaft BlackRock. Die Internationalen Energieagentur (IEA) sagte voraus, dass China in rund drei Jahren die USA als Top-Energieverbraucher ablösen werden. Der weltweite Energieverbrauch werde bis zum Jahr 2030 wohl um mehr als 50 Prozent steigen. Knapp die Hälfte dieses Zuwachses werde auf das Konto von China und Indien gehen.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity