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Gutes aus dem Küchengarten Ab in die Höhe mit dem Gemüse

Gutes aus dem Küchengarten: Ab in die Höhe mit dem Gemüse

Das Monat der Gartengeräte geht dem Ende zu. Nun hab ich noch einen Beitrag für euch übers vertikale Gärtnern. Denn wo Platz Mangelware ist, gehen kreative Stadtgärtner in die Höhe.

Die vertikale Ebene passiert auf mehrere Arten. Einerseits können Pflanzengesellschaften dafür benützt werden. Andererseits wird in Ampeln, verschiedenen Hängevorrichtungen, Schläuchen und Rohren in die Höhe gegärtnert.

Gutes aus dem Küchengarten: Auch Stangenbohnen in Kombination mit Tomaten.
Auch Stangenbohnen in Kombination mit Tomaten.

Mit Pflanzengesellschaften habe ich durch Mischkultur gute Ergebnisse erzielen können. So wachsen am Fuß von Tomaten gerne Buschbohnen, Basilikum, Ringelblumen. Rankende Zucchini kann man über ein tunnelartiges Klettergerüst über ein Salatbeet ziehen. Gurken nehmen auch gerne umliegende Rankhilfen in Anspruch (bei mir war das ein Fliederbusch im Garten). Gurken klettern in die Höhe. Unterhalb der Gurken wuchsen dann Dille und Salat. Zur Mischkultur hatte ich hier schon im Vorjahr einiges geschrieben.

Ein besonderes Beispiel für eine gelungene Mischkultur fand ich bei einer Freundin in Wien. Die hat in ihrem kleinen Reihenhausgarten einen Sichtschutz aus Holz und davor einen großen Pflanztrog stehen. Im Trog setzt sie jedes Jahr Tomaten, an der Wandseite auch Inkagurken. Die ranken dann am Sichtschutz entlang in die Höhe und bilden eine Art grünes Dach für die Tomaten. Der Ertrag ist sensationell, obwohl hier Gurke neben Tomate und an der Tomatenbasis Basilikum wächst.

Gutes aus dem Küchengarten: Versuch, Erdbeeren in Plastikflaschen zu ziehen. Sie wurden an die Seiten der Fenster gehängt.
Versuch, Erdbeeren in Plastikflaschen zu ziehen. Sie wurden an die Seiten der Fenster gehängt.

Ampeln und Hängevorrichtungen können als Vertikalgarten für Kräuter, Monatserdbeeren und verschiedene Salatsorten genützt werden. Hierbei habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Gefäßgrößen recht großzügig gewählt werden sollten, damit die Pflanzen sich auch gut entwickeln können. Trotzdem sind beispielsweise derart gezogene Salate früher zu ernten, wenn sie bereits kleine Köpfe angesetzt haben. Die Ernte am Beet erfolgt später, weil mehr Erde zur Entwicklung der Pflanzen vorhanden ist. Vertikalkulturen bringen den Ertrag mit der Menge an Vertikalelementen. So meine Erfahrung dazu.

Gutes aus dem Küchengarten: Ich habe hier Mais und Kürbisse in Kombination mit Stangenbohnen gesetzt. Der Kürbis wächst am Boden, der Mais ist halbhoch und die Stangenbohne geht ganz in die Höhe. Das ist auch eine Vertikalkultur.
Ich habe hier Mais und Kürbisse in Kombination mit Stangenbohnen gesetzt. Der Kürbis wächst am Boden, der Mais ist halbhoch und die Stangenbohne geht ganz in die Höhe. Das ist auch eine Vertikalkultur.

Was kann man alles aufhängen? Kanister, Tröge, Säcke, flaschenartige Gefäße aus Kunststoff. Auch Blumentöpfe lassen sich an einer Stange nach oben stapeln, sodass sie bepflanzt werden können. So entsteht ein Kräuterturm. Oder man stapelt vom großen zum kleinen Blumentopf die Töpfe nach oben, baut damit eine Art vertikale "Kräuterschnecke". Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Das Bypassverfahren nach Sepp Holzer ist laut dem Buch "Jedem sein Grün" eine "Möglichkeit, an Hauswänden mehrstöckiger Gebäude eine einfache vertikale Bepflanzung anzulegen" (Judith Anger, Immo Fiebrig, Martin Schnyder: Jedem sein Grün. kneipp verlag Wien, S.75.).

Ein solcher Bypass ist ein Vlies-Schlauch, der mit Erde befüllt wird. Schlitze im Vlies dienen als Pflanzstelle für Salate. Die Mauer schützt ein Brett oder eine Folie vor dem Wandkontakt mit dem Vlies-Schlauch. So geht's dann mit einer Art Salat-Baum in die Höhe. Das Vlies ist widerstandsfähiges Bauvlies.

Salatbäume oder Erdbeerbäume lassen sich auch mit einer Konstruktion aus großem Pflanzgefäß an der Basis und einem Polypropylen-Rohr herstellen. Hier seht ihr, wie so ein Salatbaum entsteht. Und hier findet ihr ein Bild eines solchen Salatbaumes, der den Namen Baum wirklich verdient. Zu Erdbeeren darf ich noch die Methode erwähnen, diese in eine Baupalette zu setzen. Eine solche wird an eine sonnige Wand gestellt, mit Vlies ausgekleidet und mit Erde gefüllt. Die Erdbeerpflanzen setzt man dann an die Palette. Hier eine Reihe an Fotos, was man mit Paletten alles anstellen kann, um mit ihnen in die Höhe zu gärtnern.

Auch können Rankpflanzen wie Wein oder Kiwi von Balkon zu Balkon gezogen werden. Ein ganzes Wohnhauses wird auf diese Art durch ein paar Kiwipflanzen und Weinstöcke mit Früchten versorgt.

Man kann aber auch alle möglichen Gefäße an die Wand hängen oder Wände für die Gemüsezucht nützen. Hier ein Link zu Bildern einer Google-Suche dazu. Selbst habe ich gute Erfahrung mit der Kultur von Salatpflanzen in wieder verwendeten Getränkekartons und Kunststoff-Flaschen gemacht. Wie gesagt, man muss die Salate nur früher ernten, weil Erde in den Kartons nur begrenzt zur Verfügung steht. Die Menge der Kartons macht es aus. Und eine solche Konstruktion sollte nicht allzu sonnig, besser im Halbschatten stehen.


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