HOME

Gutes aus dem Küchengarten: Community Gardening – In der Gemeinschaft geht es leichter

Vor 30 Jahren begannen Menschen in New York zu gärtnern. Sie wollten wieder mehr Grün in die Stadt bringen und lösten damit einen Trend aus. Urban gardening ist en vogue - auch hier in Europa.

Ich war am Wochenende unterwegs und besuchte eine Gruppe von Leuten, die in einem Hinterhof in einer österreichischen Bezirksstadt einen Selbstversorgergarten anlegt.

Keine einfache Sache ist das zu Beginn. Da müssen nicht nur die passenden Menschen zueinander finden. Auch der Platz fürs Garteln will entsprechen. Schließlich benötigen die Pflanzen viel Sonne, und die Wasserversorgung muss möglich sein.

Das Community Gardening entstand vor rund dreißig Jahren in den USA, und zwar in New York. So genannte Problemviertel ließen Menschen zueinander finden, um wieder Grün in ihr Lebensumfeld zu bringen. Neben dem Garteln entstanden auch soziale Treffpunkte und ein interkultureller Austausch. Da saßen dann Menschen beieinander, die ansonsten nicht viele Berührungspunkte teilten. Über die gemeinsame Arbeit im Garten aber zueinander fanden.

Ähnlich ist das heute. Immer wenn ich Gemeinschaftsgärten besuche und mit den Menschen dort spreche, treffe ich eine kulturelle und soziale Vielfalt an. Und all diese wunderbaren Inseln der Vielfalt wollen irgendwie anonym bleiben. Das ist auch verständlich, da die Nutzung dieser Flächen meist auf Handschlag und mündlicher Vereinbarung mit den Besitzern basiert. Und man nicht zuviel Wirbel um das Projekt machen möchte, da meist auch Menschen mit besonderen sozialen Bedürfnissen in Gemeinschaftsgärten aktiv sind. Ich verstehe diese "Geheimhaltung" als eine Art Schutz für alle Beteiligten. Schließlich wird bei solchen interkulturellen Gärten etwas abseits der Norm erprobt.

Zurück zu den Community Gärten. Wer sich einen gutenÜberblick dazu verschaffen will, wird mit dieser Webseite gut bedient sein. Hier findet sich alles rund um interkulturelle Gemeinschaftsgärten. Auch ein Leitfaden, wie man ein solches Projekt selbst ins Leben bringt, ist auf dieser Webseite zu finden.

Die Gruppe, die ich am Wochenende besuchte, rodet derzeit ihr Grundstück. Komposterde, von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, wurde eben auf die Beete gebracht und eingearbeitet. Die Wasserversorgung ist aktiviert. Jetzt fehlt noch Strom. Und auf ersten Beeten konnte man in diesem Jahr schon einiges ernten. Ich sah noch Salat auf den Beeten stehen. Und ein Nussbaum in der Mitte des Gartenplatzes spendete heuer säckeweise Nüsse.

Übrigens: Auch in diesem Gartenprojekt sind Menschen aus anderen Kulturkreisen aktiv. Und diese Leute arbeiten in hoch qualifzierten und kreativen Berufen. Küchengarteln ist wohl eine Tätigkeit für Kulturell-Kreative geworden. Das ist ein Nährboden für Vielfalt, ein neues soziales Miteinander und garantiert vielleicht auch, dass wirklich Neues ausprobiert wird und eine Chance bekommt.