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Gutes aus dem Küchengarten: Die Männlichen, die essen wir auf!

Zucchini haben männliche und weibliche Blüten. Aber nur die weiblichen bringen Früchte hervor. Die männlichen landen auf dem Teller.

Auf Facebook läuft derzeit eine intensive Diskussion in den entsprechenden Gruppen. Es geht um die Zucchiniblüten.

Ja, Zucchini haben weibliche und männliche Blüten an einer Staude. Das Problem ist nur, die männlichen Blüten bringen keine Früchte hervor. Also kann so manche Vorfreude in Enttäuschung umschlagen, wenn das Ding zwar wunderbar blühte, aber danach nichts drauf ist.

Abhilfe schafft man, indem man die männlichen Blüten entfernt. Und das sind genau jene Blüten, die dann im Kochtopf landen. Zucchiniblüten lassen sich nämliche bestens in Backteig getaucht herausbacken und sind eine tolle Vorspeise.

Wie auf dem Foto deutlich sichtbar, kann man die männlichen von den weiblichen Blüten leicht unterscheiden. Die männliche Blüte, hier links im Bild, sitzt am Ende eines Stängels. Die weibliche Blüte, hier rechts im Bild, zeigt einen deutlichen Fruchtansatz. Dort wächst der Zucchini heran. Hier gelb, weil es eine gelbschalige Sorte ist.

Es neigen die Zucchini auch dazu, zu Beginn ihrer fruchttragenden Zeit mehr männliche als weibliche Blüten zu schieben. Also nicht wundern, wenn sich bei den ersten Blüten keine Fruchtansätze bilden. Das ist normal, sorgt aber derzeit für heftigste Diskussionen in einschlägigen Gruppen auf Facebook. Wir KüchengärtnerInnen freuen uns auf diese ersten "Männer". Wir verspeisen sie. So wie es sich gehört.

Außerdem sollte man die Zucchinis nicht zu lange an der Pflanze lassen. Je mehr geerntet wird, desto mehr Früchte produziert die Pflanze. Sie will sich ja vermehren und bekommt Panik, wenn wir ihre Früchte laufend ernten.

Zucchini haben ihren besten Geschmack bei 10 bis 15 Zentimeter Länge. Natürlich kann man sie auch größer werden lassen, wenn man sie gefüllt zubereiten will.

Für Zucchinis gilt ein Richtwert. Zwei Pflanzen genügen zur Selbstversorgung für drei bis vier Personen. Vorausgesetzt, die Pflanze hat genügend Platz und kann sich in einer guten Erde entwickeln.

Wer die männlichen Blüten in Backteig herausbacken will, ich gebe sie zum Beispiel auch zu einem Röstgemüse und brate sie, für den habe ich hier ein Rezept:

125 Gramm Mehl, 0,25 Liter helles Bier, ein Eigelb, Salz und eine Prise Muskat zu einem dickflüssigen Teig verrühren. 1 Teelöffel Öl hinzugeben und das zu Schnee geschlagene Eiklar unterziehen. Die trockenen, geschlossenen Zucchiniblüten durch den Teig ziehen und in Öl oder Kokosfett goldbraun herausbacken.

Dieser Teig eignet sich auch zum Herausbacken von Brennnesselblättern. Die werden mit einem Nudelholz gewalkt und leicht gesalzen, bevor man sie durch den Teig zieht.

  • Angelika Wohofsky
    Angelika Wohofsky