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Gutes aus dem Küchengarten: Frisches Grün aus dem „Spät-Beet“

Ich schließe mich den Wetterrekorden an. Milde Temperaturen haben trotz später Saat noch frisches Grün in zwei Tröge meines Küchengartens gezaubert. Es gibt ab sofort frische Kresse und Radieschen. Das hatte ich noch nie um diese Zeit! Damit haben sich meine Frühbeete vom April in novemberliche Spät-Beete verwandelt. Und das ohne viel Aufwand. Einfach säen, abdecken, ab und an nachsehen und etwas gießen. Sensationell!

Die Kresse verwende ich als Beilage zum Frühstücksei, wie Schnittlauch darüber gestreut. Das Radieschengrün kann man ebenfalls auf diese Art verwenden. Und ich verwende es auch noch als Ersatz für "Salat". Weil Kresse im Salat durch die Marinade sofort matschig wird, das Radieschengrün aber nicht.

Dazu kommt noch, dass ich Radieschen meist zu dicht säe. Ich schaffe es jedesmal, trotzdem ich die Samen mit anderen Gemüsesamen und etwas Erde mische, Radieschen viel zu eng zu säen. So stehen sie dicht an dicht in der Erde und können ihre Wurzeln nicht richtig entwickeln.

Auslichten ist angesagt. Also ernte ich die anfangs noch etwas kleinen Wurzeln, aber immerhin die größeren unter ihnen, und ziehe die ersten daumengroßen Radieschen vorsichtig aus der Erde. So lichtet sich mein Radieschenbeet schrittweise aus. Die Größe der Wurzeln wächst mit der Erntedauer. Anfangs sind es eben noch Mini-Exemplare, am Ende der Radieschenernte finden sich dann richtige Monster im Beet.

Zurück zum Radieschengrün. Es schmeckt rettichartig pikant. Die jungen Triebe sind auch zart und besitzen die Konsistenz von Bittersalaten wie Zicchorie oder Radicchio. Radieschengrün lässt sich also gut unter alle möglichen Salate mischen. Dafür zupfe ich sie in grobe Stücke. Sie bilden einen Teil einer Blattsalat-Mischung.

Ganz besonders gut macht sich Radieschengrün aber in Kartoffelsalat. Ein solches Rezept möchte ich mit euch heute teilen.

Kartoffelsalat mit Radieschengrün

Die gekochten Kartoffeln einer speckigen Sorte werden wie üblich nach dem Auskühlen in feine Scheiben geschnitten.

Wenn der Küchengarten es erlaubt, ersetze ich die fein gehackten Zwiebeln mit fein geschnittenem Zwiebelgrün der Frühlingszwiebel. Salz, Pfeffer, Rapsöl und Kräuteressig (einer von den selbst gemachten wie Dillessig) mit etwas scharfem Senf bilden die Marinade. Wer hat, kann noch ein bis zwei Esslöffel lauwarme Gemüsebrühe der Marinade zugeben. Dann die Kartoffelscheiben damit übergießen und gut durchmischen.

Ich lasse Kartoffelsalat immer eine gute halbe Stunde ziehen. Der Geschmack der Marinade kann so von den Kartoffelscheiben aufgenommen werden. Erst vor dem Anrichten füge ich dann gehacktes Radieschengrün bei. Gerne gebe ich auch noch etwas gehacktes Liebstöckl dazu und feine Röllchen von Schnittknoblauch.

Ein solcher Salat ist schon eine komplette Mahlzeit. Wenn man noch hart gekochtes Ei dazureicht, eine Scheibe frisches Brot mit Butter bestrichen. Perfekt.