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Gutes aus dem Küchengarten: Hochzeit feiern, Beet anlegen

Das Prinzip des Hügelbeets entspricht dem des Hochbeets: Unten Strauchschnitt, dann Laub, Gras und abschließend Kompost. Angelika Wohofsky baut dort Erbsen, Kohlrabi und Spinat an.

„Was wird das, ein Grabhügel?“ – Die Antwort ist: Ja, weil hier wird Strauchschnitt des Vorjahres "begraben"! Meine Hausleute fragten danach, als ich vergangene Woche im Küchengarten werkte. Ein Hügelbeet muss heuer her. Schließlich hatte sich genügend Bioabfall, Schnittmaterial, durchwurzelte Erde aus dem Topfgarten während des vergangenen Gartenjahres angesammelt.

Hügelbeete haben den Vorteil, dass sie durch die Wölbung über mehr Fläche zum Anbau verfügen. Man kann es in verschiedenen Größen errichten, manche werden sogar mannshoch angelegt. Der Ursprung des klassischen Hügelbeetes findet sich in der Permakultur. Schauen Sie einfach mal bei Youtube vorbei. Sie finden dort tonnenweise Videos zur Anlage eines Hügelbeetes.

Das Prinzip Hügelbeet entspricht dem eines Hochbeetes – also ähnlich dem mittlerweile bei vielen Gärtnern beliebten großen Kasten, der mit Strauchschnitt usw. gefüllt wird. Auch bei mir, zugegeben ein etwas kleines und bescheidenes Hügelbeet, wird ganz zu unterst Strauchschnitt zum Kompostieren angehäuft. Danach folgt kleineres Material wie Laub und Grasschnitt. Und dann schließt man zuoberst mit Erde und einer Schicht Kompost ab.

Ganz zu unterst und mittig wird Strauchschnitt aufgehäuft. Dann kommt Erdmaterial, die zuvor abgehobene Grasnarbe und zuoberst dann feiner Kompost.

Wie man auf dem Foto links ein wenig sieht, habe ich als Unterlage den Christbaum vom vergangenen Weihnachtsfest – ein biologisch gezogener natürlich – für mein Hügelbeet verwendet und die Äste zuvor in rund 30 cm lange Teile geschnitten. Dann hatte ich noch die vertrockneten Bohnenranken und das Erbsenstroh und Unmengen an durchwurzelten Erdballen aus den Tomatentöpfe des Vorjahres. All das war mein Baumaterial fürs Hügelbeet.

Den Abschluss bildete frischer Kompost mit rund 20 cm Stärke. Wenn Sie das selbe System in einem Hochbeet anlegen, dann schließen Sie mit einer mächtigeren Erd- und Kompostschicht ab. Weil man im Hochbeet ja auch tief wurzelndes Gemüse ansetzt. Und ganz sicher nicht ausschließlich bei den Flachwurzlern bleibt. Ich setze alle Tiefwurzler aber in Töpfe und Kisten und spare mir das Hügelbeet für flach wurzelnde Gemüse auf.

Unter diesem Link finden Sie eine Liste an Gemüsen, die man miteinander kombiniert setzen kann. Und Sie finden auch eine Auflistung, welche Sorten zu den Flach- und/oder Tiefwurzlern zählen.

Mein Hügelbeet soll in diesem Jahr dem Anbau von Flachwurzlern dienen (Erbsen, Kohlrabi, Kartoffeln, Zwiebel, Spinat usw.). Also genügen 20 cm Erde zu Beginn. Als erste Saat stellte ich mir eine Mischung aus Schnittsalat, Spinat, Feldsalat und Radieschen zusammen. Und ich steckte noch ein paar Steckzwiebeln willkürlich verteilt in den Hügel. Die Steckzwiebeln waren vom Vorjahr übrig geblieben.

Diese Saatmischung brachte ich breitflächig auf meinem "Grabhügel" aus und deckte sie mit einer rund drei Zentimeter starken Schicht frischen Kompostes ab. Dann spannte ich ein Gartenflies darüber, weil die Nächte hier noch recht kühl sind.

Und zum Schluss gilt: Gießen nicht vergessen!

Schnittlauch-Hochzeit

Eine alte Gärtnerweisheit besagt, dass man den Schnittlauch verheiraten soll. Oft wächst er im Lauf eines Gartenjahres strohig, dick. Andere Schnittlauchstöcke dünnen gänzlich aus. Das hängt damit zusammen, dass sie zuwenig gedüngt werden – ein guter Schnittlauchdünger ist übrigens trockener Kaffeesatz. Um also dem Schnittlauch etwas Gutes zu tun, wird er verheiratet. Dafür teilt man zwei Schnittlauchstöcke jeweils in der Mitte. Und mit der jeweils anderen Hälfte werden die Teile wieder zu zwei Schnittlauchstöcken zusammengesetzt. Falls das nichts helfen und Ihr Schnittlauch trotzdem nicht schön und kräftig in diesem Jahr werden sollte, scheint wohl eine andere Volksweisheit zumindest auf Sie NICHT zuzutreffen: "Die bösen Frauen haben den schönsten Schnittlauch". Machen Sie sich nichts draus, wenn er es nicht ist. Sie sind dann eben einfach zu nett.

Viel Spass beim Garteln am Wochenende!

PS: Ich verheirate meinen Schnittlauch jedes Jahr aufs Neue. [contact-form]