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"Ökotest": Räucherlachs im Test: Dieses Ergebnis schmeckt nicht

Räucherlachs boomt vor allem zur Weihnachtszeit und zu Silvester. Dabei sollte man Vorsicht bei der Wahl des Produkts walten lassen. Jedes zweite enthält Ethoxyquin, ein umstrittenes Konservierungsmittel, das im Verdacht steht, Krebs zu verursachen.

Räucherlachs Ökotest

Vorsicht beim Räucherlachs. Nicht alle Produkte empfiehlt Ökotest.

Getty Images

Rund 14 Kilogramm Fisch, davon drei Kilo Lachs, isst jeder Deutsche im Jahr. Tendenz steigend. Zudem ist Lachs gesund. In 100 Gramm Wildlachs stecken 1,5 Gramm entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren, in Zuchtlachs sollen es sogar mehr als zwei Gramm sein. Die guten Fettsäuren können das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden senken.

Vor allem zu den Festtagen wird Lachs beispielsweise als Räucherlachs gern auf den Tisch gestellt. Aber kann man den eigentlich guten Gewissens essen? "Ökotest" hat 20 Räucherlachse aus dem Handel von erfahrenen Laboren gründlich untersuchen lassen. Der Anspruch der Tester: Der Lachs, der auf dem Teller landet, soll unter "akzeptablen Bedingungen gelebt haben und nicht mehr als nötig leiden" müssen. Zudem soll er keine Schadstoffe enthalten und das Wichtigste: gut schmecken.

Das Ergebnis - zumindest unter Schadstoffaspekten - ist pikant: Sechs von 15 Zuchtlachsen sind mit Ethoxyquin belastet. Ein Konservierungsmittel, das Lachse über Futter aufnehmen. Ethoxyquin steht unter Verdacht, Krebs auszulösen. "Ökotest" sieht die Chemikalie daher seit langem kritisch. Sie darf - Stand heute - noch bis 2020 in Fischfutter enthalten sein.

Im Biofutter ist Ethoxyquin eigentlich verboten. Verwunderlich, dass die Ökotester in zwei Bio-Produkten die höchsten Mengen der Chemikalie fanden: Im Naturland-Räucherlachs Bio Mare (6,99 Euro pro 100 Gramm) und im Bio-Räucherlachs von Norfisk (2,99 Euro pro 100 Gramm). Sie stammen beide aus Bio-Aquakultur und sollten eigentlich nicht mit Ethoxyquin belastet sein. Beide Hersteller äußerten verschiedene Gründe für die Belastung. Bei Bio-Mare war ein ethoxyquinhaltiges Vitaminpräparat und bei Norfisk ein Impfstoff, der Mengen des Chemikals enthielt, verantwortlich. Die Tester geben den Produkten daher nur ein "Ausreichend" im Gesamturteil.

Räucherlachs von Edeka und Rewe sind auch belastet

Den bedenklichen Stoff fanden die Tester in zwei weiteren Produkten. Der Räucherlachs von Edeka (2,14 Euro) und der Ja! Räucherlachs von Rewe (2,14 Euro) waren ebenfalls mit Ethoxyquin belastet. Das Gesamturteil fiel dadurch auch entsprechend aus. Edekas Räucherlachs schneidet mit "Ausreichend", der von Rewe sogar nur mit "Mangelhaft" ab. 

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Wildlachs kaufen. Der ist zwar fast dreimal so teuer wie der Lachs aus Aquakultur, dafür schneiden drei von fünf mit dem Gesamturteil "Sehr gut" ab, einer mit "Gut". Sehr gut ist beispielsweise der Friedrichs Kodiak Wildlachs Smoked für 6,49 Euro.

Im Fish Tales Sockeye Geräucherter Wildlachs (5,98 Euro) fanden die Tester Nematoden, die zwar auch in zwei anderen Wildlachs-Produkten enthalten waren, aber bei Fish Tales waren die Werte deutlich höher als die offizielle Empfehlung. Nematoden sind Fadenwürmer, die nicht gefährlich sind, weil der Wildlachs nach Fang sofort tiefgefroren wird und die Würmer es nicht überleben. Trotzdem sollte Lachs nicht mehr als 20 Fadenwürmer pro Kilogramm enthalten. Fish Tales Wildlachs enthielt deutlich mehr. Die Hersteller nahmen daraufhin die getestete Rohwarencharge aus dem Handel und versicherten zukünftig mehr Sichtprüfungen.

Den ganzen Test können Sie gegen Gebühr hier lesen! 

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