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Nelson Müllers Essens-Check: Achtung Gift! Warum wir beim Kauf von Lachs aus Aquakultur vorsichtig sein sollten

Lachs ist der Lieblingsfisch der Deutschen. Aber woher kommt der eigentlich, und ist Lachs aus Zucht immer gut? Spitzenkoch Nelson Müller ist dem auf die Spur gegangen.

Lachs

Chemikalien im Lachs aus Aquakultur

Getty Images

Rund 14 Kilogramm Fisch, davon drei Kilo Lachs, isst jeder Deutsche im Jahr. Tendenz steigend. Zudem ist Lachs gesund. In 100 Gramm Wildlachs stecken 1,5 Gramm entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren, in Zuchtlachs sollen es sogar mehr als zwei Gramm sein. Die guten Fettsäuren können das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden senken. Aber woher soll der ganze Lachs, eigentlich kommen? Aus den Meeren? Das ist eher utopisch. Für "ZDFzeit" ist Spitzenkoch dem Ursprung des Deutschen liebsten Speisefisches nachgegangen. Was er herausgefunden hat, ist wenig appetitlich.

Beim Fischhändler ist der Bestseller Lachs aus Aquakultur, Lachs aus Wildfang gibt es nur auf Bestellung. Die Nachfrage ist geringer, weil er auch teurer und nur saisonal verfügbar ist. Im Supermarkt ist die Auswahl an Lachsfilets groß, dort gibt es auch Wildlachs. Preislich unterscheiden sich diese kaum. Der meist verkaufte Lachs aber stammt nach wie vor aus Aquakultur, die immer wieder von Tierschützern kritisiert wird.

In Norwegen sieht sich Nelson Müller die Zucht genauer an. Was er feststellt: Die Becken mit jeder Menge ähneln Massentierhaltung. Ein Nährboden für Parasiten wie die Lachslaus, die beim Fisch Atemprobleme auslöst. Im Kampf gegen den Parasiten werden oft Medikamente eingesetzt. In norwegischen Lachszuchtanlagen werden keine Chemikalien zur Bekämpfung von Parasiten eingesetzt. Dort wird auf moderne, nicht-invasive Lasertechnik zurückgegriffen.

Besser Bio-Lachs oder Wildlachs kaufen

" " lässt Lachsfilets aus dem Supermarkt und Discounter auf Medikamentenrückstände testen. Das Ergebnis? Medikamente finden die Tester zwar nicht, dafür sind vier von sechs Proben stark mit Ethoxyiquin belastet. Eine Chemikalie, die bis 2011 als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt werden durfte - und für den Menschen giftig ist. Es darf heute noch mit Fischmutter vermischt werden und dient als Antioxidationsmittel. Die Chemikalie ist zwar bereits verboten, bis 2020 gibt es aber eine Übergangsfrist. Bis dahin bleibt es für Zuchtlachse aus Norwegen ein Problem.

Für Ethoxyiquin hat die Weltgesundheitsorganisation WHO einen Tageshöchstwert festgelegt, den besonders Kinder und Schwangere beachten sollten. Dieser wird bei einem gesunden Kind nicht überschritten, wenn es eine Portion Lachs von 160 Gramm pro Tag zu sich nimmt. 

Es gibt aber auch Ausnahmen in der Stichprobe: Im Bio-Lachs ist das Chemikal nicht zu finden, und auch im Zuchtlachs von Lidl nicht.

Wer es sich leisten kann, greift daher besser zu Bio-Lachs oder aber legt ein paar Euro mehr hin - für Wildlachs. 

Sehen Sie die ganze Sendung hier!



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