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Tier-Dokumentation: Hannes Jaenicke: "Das ist die größte Lüge der Fischfarmindustrie"

Für die Dokumentation "Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Lachs" hat sich der Tierschützer auf die Spuren des Raubfisches gemacht. Wie kann der Mensch verhindern, dass die Tiere aussterben?

Hannes Jaenicke mit Lachs in Kanada

"Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Lachs": Jaenicke mit Forscherin am Campbell River in Kanada

ZDF

Lachs ist ein Tausendsassa. Ob geräuchert, geschmort oder gegrillt - der Raubfisch mit seinem rosafarbenen Fleisch ist des Deutschen zweitliebster Speisefisch. Was allerdings kaum einer weiß: Wilde Lachse sind bedroht und das weltweit. Weil die Wildfänge längst nicht mehr ausreichen, um den Appetit auf den Lachs zu decken, werden die Fische zusätzlich im großen Maße in Farmen gezüchtet. Aber macht das etwas besser? 

Für seine neueste Tier-Dokumentation hat sich Schauspieler und Umweltschützer Hannes Jaenicke in Kanada und Norwegen auf die Spuren der Lachse gemacht und ist dabei den Ursachen, Hintergründen und Folgen der Massentierhaltung auf den Grund gegangen. Er erzählt die Geschichte eines Fisches, der gegen den Strom schwimmt, wenn es darauf ankommt und der in der Lage ist, viele Hindernisse zu überwinden – bis auf eines: den Menschen.

"Es gibt nur eine vertretbare Form der Lachszucht"

Weil der Menschen Schmacht auf den Fisch groß ist, schrumpfen die Bestände. Im ehemals lachsreichsten Land der Welt, Norwegen, ist der Wildlachs faktisch schon jetzt ausgestorben. Und die Fischfarmen so Jaenickes Erkenntnis, sind alles andere als die Rettung.

"Es gibt nur noch eine - wenn überhaupt - vertretbare Form der Lachszucht und das ist die an Land. Solange Lachsfarmen aber im Meer oder in Fjorden stehen, zerstören sie alles, was im freien Ozean passiert", sagt Jaenicke. Die Zuchtbetreibe bringen das ökologische Gleichgewicht ins Wanken, das marine Ökosystem wird zerstört. "Insofern ist das die größte Lüge der Fischfarmindustrie, dass damit der Fischbestand in freier Wildbahn geschützt oder gerettet wird. Das ist eine wirklich schamlose Lüge.​​​​​"​

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Jaenickes Besuche in den Farmen zeigen außerdem: Zuchtlachse sind anfällig für Viren, Krankheiten, Parasiten. "Alles, was dort eingesetzt wird an Chemikalien, an Mitteln, an Antiparasitensachen, essen wir als Endverbraucher natürlich mit", so Jaenicke. "Die schwedische Regierung hat Zuchtlachs als das giftigste Nahrungsmittel deklariert, das sollte einem zu denken geben."

Geht's nach Jaenicke sollte weder Fisch noch Fleisch in Mengen auf dem Speiseteller landen. Die Fische seien hoffnungslos überfischt, die Fleischproduktion sei nachweisbar die CO2-intensivste Industrie, die es gebe. "Deswegen wäre die Wiedereinführung des Sonntagsbratens mein erster, sehr effizienter Schritt, um tatsächlich etwas zu verändern."

Die Tier-Dokumentation "Hannes Jaenicke: Im Einsatz für den Lachs", ist am Dienstag, 16. Juni, um 22.15 Uhr im ZDF zu sehen.


tpo