HOME

Hoeneß-Satire "Die Udo Honig Story": "Noch weiter drüber als der Elfer '76 in Belgrad"

Es sollte eine witzige Satire auf den FC-Bayern-Boss Uli Hoeneß sein. Doch viele Zuschauer fanden den Sat.1-Film "Die Udo Honig Story" nicht besonders lustig - und verbreiteten ihren Spott auf Twitter.

Udo Honig

Hannes Jaenicke als Franz Kaiser (l.) und Uwe Ochsenknecht als Hoeneß-Verschnitt Udo Honig in der Sat.1-Satire "Die Udo Honig Story" 

Nach den gelungenen Filmen über Karl-Theodor zu Guttenberg und Christian Wulff hat sich Sat.1 nun an eine Satire über den tiefen Fall von gewagt - und einen Erfolg eingefahren. Zumindest was die Quoten angeht: Mit 11,7 Prozent holte der Privatsender einen überdurchschnittlichen Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe. Was die Qualität des Films angeht, waren jedoch nicht alle Zuschauer begeistert. Bei Twitter gab es viel Spott für die überdrehte Geschichte von Regisseur Uwe Janson.

Ein User fühlte sich an den legendären Elfmeter im EM-Finale 1976 erinnert, den Udo Hoeneß in den Nachthimmel von schoss und damit die Niederlage der deutschen Mannschaft besiegelte.


Ein anderer User bemühte die Worte von Uli Hoeneß, der auf der Jahreshauptversammlung 2007 die Bayern-Fans beschimpfte: "Eure Scheiß-Stimmung - da seit ihr doch dafür verantwortlich und nicht wir."

Und auch wurde bemüht, der in seiner aktiven Zeit gerne mal ins eigene Tor traf:

Kein Sat.1-Film ohne Veronica Ferres, mag sich dieser Zuschauer gedacht haben:


Doch es gab auch positive Resonanz, vor allem für Darsteller Hannes Jaenicke:


Vielleicht hätten sich viele Zuschauer die zwei Stunden sparen können, wären sie so weitsichtig gewesen wie dieser User:


Der steile Aufstieg des schwäbischen Metzgersohnes Uli Hoeneß bis zu einem der erfolgreichsten Fußballmanager Europas und sein dramatischer Fall liefern eigentlich einen fantastischen Filmstoff. Vor zwei Wochen hat  bereits das ZDF das Leben des früheren Bayern-Bosses zu dem Dokudrama "Uli Hoeneß - Der Patriarch" verarbeitet. Nun versuchte Sat.1 sein Glück mit einer Satire, die aus rechtlichen Gründen die Namen der Protagonisten abwandelte und den Titel "Die Udo Honig Story" trug. Franz Beckenbauer trat als Franz Kaiser (Hannes Jaenicke) in Erscheinung, Paul Breitner hieß Greitner (Wolfgang Fierek), und der frühere Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser tauchte als Ludwig Moser (Heiner Lauterbach) auf. Der alte Uli Hoeneß alias Udo Honig wurde von Uwe Ochsenknecht gespielt, den jugendlichen Honig stellte sein Sohn Wilson Gonzalez Ochsenknecht dar. An der Besetzung lag es sicher nicht, dass der Film vielen missfiel, sondern vielmehr am Drehbuch.

che
Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo