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Essstörung: Diese Frau ernährte sich 30 Jahre lang nur von Pommes und Spiegeleiern

Pommes und Spiegeleier? Für eine Britin sind das gewissermaßen Leibgerichte. Denn sie aß 30 Jahre lang nichts anderes. Sogar bei ihrer eigenen Hochzeit. 

30 Jahre lang standen täglich Pommes frites und Spiegeleier auf ihrem Speiseplan

30 Jahre lang standen täglich Pommes frites und Spiegeleier auf ihrem Speiseplan

Ist es ein Tick oder eine echte Krankheit? Eine 37 Jahre alte Frau aus Großbritannien behauptet, sie habe 30 Jahre lang nichts anderes gegessen als Pommes frites und Spiegeleier.

Katey Loughran soll an einer selektiven Essstörung ("Selective Eating Disorder", kurz SED) leiden, wie sie selbst angibt. Diese ist eine seltene Essstörung, die bis dato so gut wie gar nicht erforscht ist. Bisher sind erst wenige Fälle bekannt. Oft treten die ersten Symptome bereits im Kindesalter auf. So anscheinend auch bei der 37-jährigen Loughran. Der "Daily Mail" erzählte sie, dass sie oft über ihre ungewöhnlichen Essgewohnheiten scherzte, aber eigentlich waren sie ihr ein ganzes Leben lang peinlich – vor allem, wenn sie auswärts essen ging.

Als sechsjähriges Kind ahmte die zweifache Mutter die Essgewohnheiten ihrer älteren Schwester nach. Diese war damals sehr wählerisch, wenn es ums Essen ging. Bei ihrer Schwester änderte sich das jedoch, als sie älter wurde. Bei Loughran hielt es 30 Jahre lang an. Sie aß ausschließlich Pommes frites und Spiegeleier.

Menü bei der Hochzeit: Pommes und Eier

Ihre Eltern versuchten damals vergeblich, ihre Essstörung zu beheben. Sogar als Loughran erwachsen war, änderte sich nichts. Jedes Mal, wenn sie an anderes Essen nur dachte, überkamen sie Panikattacken. Sie entwickelte Angst vor Lebensmitteln und schämte sich, wie sie selbst erzählt. Sie konnte nicht zu Freunden zum Essen oder mit der Familie ins Restaurant, denn sie fürchtete sich davor, was auf ihrem Teller landen könnte. Sogar bei ihrer eigenen Hochzeit aß sie nur Pommes und Spiegeleier, während ihre Gäste ein Drei-Gänge-Menü genossen. Auch ihr Ehemann war verzweifelt.

Eine Hypnosepsychotherapie brachte schließlich die lang ersehnte Erlösung: Loughrans Therapeut arbeitete Schritt für Schritt Grundnahrungsmittel wie Obst und Gemüse in ihren Speiseplan ein. Und es funktionierte: "Es fühlte sich wie eine ganz neue Welt an, endlich etwas anderes in meinem Mund zu haben. Es ist so seltsam", sagte sie der "Daily Mail". Mittlerweile vergrößert sich die Auswahl auf ihrem Teller von Tag zu Tag: "Inzwischen habe ich Baked Beans, Brokkoli und grüne Bohnen probiert. Dinge, die ich vorher nicht einmal in die Nähe meines Mundes gelassen hätte."

dsw