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Der Schreck der Schweiz? Veganerin wettert gegen Kuhglocken: Jetzt wollen sie die Schweizer nicht

Veganerin: Schweizer lehnen die Einbürgerung dieser Frau ab
Nancy Holten hat die Schweizer gegen sich aufgebraucht. Die wollen sie jetzt nicht einbürgern.
© Facebook/Nancy Holten/Getty Images
Nancy Holten ist Tierrechtlerin und Veganerin – und lebt in der Schweiz. Die Schweizer wollen die gebürtige Holländerin aber nicht einbürgern, weil sie gegen die Traditionen der Dorfbewohner schießt.

Zum zweiten Mal wurde das Einbürgerungsgesuch von Nancy Holten abgelehnt. Das erste Mal im November 2015 – damals mit 144 zu 48 Stimmen. Im letzten Jahr versuchte es die gebürtige Holländerin dann noch einmal. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. In der Schweiz erlangt nur derjenige Bürgerrecht, der von Gemeinde, Kanton und Bund positiv geprüft wurde. Nancy Holten lebt seit ihrem achten Lebensjahr in der Schweiz und arbeitet als Model und Journalistin. Die heute 42-Jährige ist Veganerin und Tierfreund – für ihre Überzeugungen setzt sie sich auch ein. Und genau hier beginnt das Problem.

Die Schweiz hatte sie bereits vor einigen Jahren aufgemischt, als sie dafür kämpfte, das Kirchengeläut am frühen Morgen abzuschaffen und Ruheabteile im Zug wieder einzuführen. Holten demonstrierte außerdem gegen Tiere im Zirkus, Pferderennen im Aargauer Schachen und gegen das Säulirennen an der Olma, ein Wettrennen mit Schweinen.

Die Schweizer wollen keine unangepasste Veganerin in ihrem Land

Die Schweizer würden Nancy Holten vermutlich als die Unangepasste beschreiben: Sie murrt gegen lieb gewonnene Traditionen, ist geschieden, Mutter von drei Kindern und regelmäßig in den Medien. In den sozialen Netzwerken wird deshalb lautstark über sie geschimpft. Sie sei eine "Hexe", eine "Kuh" und solle dorthin zurück, wo sie hergekommen sei.

Mit welcher Aktion sie das Fass bei den Schweizern zum Überlaufen brachte, ist nicht ganz klar. Aber spätestens als sie wegen der Gesundheit der Tiere die Kuhglocken verbieten wollte, verstanden die Schweizer keinen Spaß mehr. Sie wollen die Tierrechtlerin nicht in ihrem Land haben, obwohl sie sogar den landestypischen Dialekt spricht.

Ihrer Gemeinde Gipf-Oberfrick im Kanton Aargau, in der sie lebt, ist Holten ein Dorn im Auge. Deshalb lehnten die Bürger von Gipf-Oberfrick sie erneut ab. Obwohl die Regierung bereits bestätigt hat, dass Holten zu Unrecht abgewiesen worden ist. Diesmal sogar mit 203 zu 59 Stimmen. Ein noch eindeutigeres Ergebnis. Aufgeben möchte Holten trotzdem noch lange nicht. Jetzt wird die Einbürgerung Sache des Regierungsrats.

Das Schweizer Emmental. Heimat des weltberühmten Käses und genau deswegen bin ich. Als erstes mache ich Bekanntschaft mit einer gewissen Daniela. In diesem Häuschen werde ich malträtiert. Schuld sind ein echtes Schweizer Urgestein und dieser Kupferkessel. Nicky Wong: „Hinter mir steht jetzt Andreas Kohler. Er ist der Käsemeister...“ Andreas Kohler: „200 Liter reinfüllen und erwärmen“ Das Feuer ist an, die Milch ist drin. Zeit dem Ganzen so richtig einzuheizen. Deckel drauf und los geht’s. Zunächst umrühren, damit die Milch nicht anbrennt. Kohler: „Bakterien hinzu, damit wir einen guten, haltbaren Käse bekommen.“ 32 Grad sind erreicht. Nun muss der Kessel wieder runter vom Feuer. Nach 30 Minuten zieht’s, sagt der Käser. Weg mit dem Deckel und her mit der Harfe. Das macht der Käsemeister noch selber, denn dafür braucht man Erfahrung. Ein bisschen umrühren und wieder mit der Harfe durchgehen. So entsteht das Käsekorn. Je feiner das Käsekorn, desto fester der fertige Käse. Unser Korn muss etwa die Größe eines Maiskorns haben. Das ist noch etwas zu groß. Kohler: „Jetzt nehmen wir dieses Instrument und rühren etwa in diesem Tempo.“ Nicky: „Das ist richtig Sport hier.“ Ich hatte ja keine Ahnung. Herr Kohler entfacht das Feuer von neuem und dann... Kohler: „Also jetzt haben wir 32 Grad und müssen auf 45 hoch. Das machen wir auf dem Feuer unter ständigem Rühren etwa 35 Minuten lang. Nicky, wenn du willst, kann ich mal." Nicky: "Nein, das ist doch ein Kinderspiel. Gibt Muskeln. Hab ich auch nötig.“ Meine große Klappe hilft mir diesmal nicht. Bei glühender Hitze und beißendem Rauch heißt es für mich: weiterrühren. Kohler: „Sehr gut, dann noch 10 Minuten ausrühren.“ Zehn Minuten später bin ich dann endlich fertig. Kohler: "Käsekörner rausnehmen!" Nach den Resten aber darf ich fischen. Die restliche Molke ist übrigens Schweinefutter. Und wie geht es nun weiter? Nicky: "Mein erster eigener Käse, ich hab’s geschafft. Der ist noch nicht ganz fertig. Er wird heute noch zweimal umgedreht und gepresst. Und wo sie dann hinkommen, das zeigt mir Herr Kohler jetzt." Kohler: "Morgen kommen sie in diese Salzlake." Knapp 250 Laibe liegen hier im Feuchtkeller und warten, bis sie endlich reif sind. Die Käse hier werden entweder drei, sechs oder zwölf Monate gereift, ehe sie verkauft werden. Nach meinem Tag als Jungkäser bei Herrn Kohler geht es noch zur Führung durch die moderne Massenproduktion, aber ganz ehrlich, die kann man sich schenken.
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