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Sirtfood-Diät Schokolade und Rotwein – ist das die beste Diät der Welt?

Schokolade und Rotwein – ist das die beste Diät der Welt?
Bei der Sirtfood-Diät ist Rotwein und Schokolade erlaubt
© Getty Images
Die Sirtfood-Diät verspricht Gewichtsabnahme, obwohl man Produkte wie Schokolade und Rotwein konsumieren darf. Was steckt dahinter? Die BBC hat die vermeintliche Wunder-Diät genauer unter die Lupe genommen.

Dreieinhalb Kilo soll man verlieren, wenn man sich an den Fahrplan der neuen Trend-Diät Sirtfood hält. Diese setzt wie schon ihr Vorgänger, die Low-Carb-Diät, auf Eiweiße, also Proteine. Genauer gesagt sogar auf ein ganz bestimmtes Protein – Sirtuin. Oft werden Sirtuine als "Anti-Aging-Enzyme" bezeichnet, denn sie sollen einen Einfluss auf die Zellalterung haben. Studien an Menschen haben das bislang noch nicht zeigen können.

Sirtfood-Anhänger haben dennoch Grund zur Freude, denn sie dürfen sich an Lebensmittel wie Schokolade und Rotwein halten. Auch diese Lebensmittel sind erlaubt:

  • Grüner Tee
  • Schokolade (mit einem Kakao-Anteil von 85 Prozent)
  • Äpfel
  • Zitrusfrüchte
  • Petersilie
  • Kurkuma
  • Grünkohl
  • Blaubeeren
  • Kapern 
  • Rotwein

So funktioniert die Sirtfood-Diät

In den ersten drei Tagen der Diät ist die Nahrungsaufnahme auf 1000 Kilokalorien beschränkt.

Zum Vergleich: Eine Frau, die zum Beispiel 60 Kilogramm wiegt, braucht täglich mindestens 5040 Kilojoule, das sind rund 1200 Kilokalorien. Ein 80 Kilogramm schwerer Mann verbrennt ruhend 8064 Kilojoule oder rund 1927 Kilokalorien.

Die erste Phase der Sirtfood-Diät dauert eine Woche, pro Tag soll man drei Säfte und eine Mahlzeit, die reich an Sirtuinen sind, verzehren. Die Säfte können aus Grünkohl, Sellerie, Petersilie, Grüntee und Limette bestehen. Als feste Mahlzeit eignet sich beispielsweise ein Putensteak mit Salbei und Kapern oder ein Hühnchen-Grünkohl-Curry. Ab dem vierten Tag darf man seine Kalorienzufuhr auf 1500 Kilokalorien erhöhen.

In der zweiten Phase, die 14 Tage andauern soll, wird empfohlen drei Mahlzeiten und einen Saft, die reich an Sirtuinen sind, zu sich zu nehmen. Es kommt jetzt vor allem darauf an, die besten Produkte zu essen, die die Natur zu bieten hat.

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Das sagt der Experte

Der Ernährungswissenschaftler Emer Delaney hat sich die Sirtfood-Diät für die BBC etwas genauer angesehen. Er würde diese Form der Ernährung eher nicht empfehlen. Allein schon, die Mahlzeiten auf 1000 Kilokalorien an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu reduzieren, empfindet er als "extrem schwierig". "Die meisten würden das auch gar nicht schaffen", sagt Delaney. 

Die Lebensmittel, die reich an Sirtuinen sind, beurteilt der Experte als gewöhnlich. Diese stehen wohl auf jeder Liste für gesunde Lebensmittel. Er empfiehlt, die Produkte als Teil einer ausgewogenen Ernährung zu betrachten. Ein Glas Rotwein oder ein Stück Schokolade sieht Delaney nicht kritisch. Er würde den Konsum nur nicht jeden Tag empfehlen.

Der Ernährungswissenschaftler warnt jedoch davor, wenn Diäten schnellen Gewichtsverlust versprechen. Meist handelt es sich dabei nur um Wasser. Wenn man danach wieder normal isst, stellt sich ein Jo-Jo-Effekt ein und all die Mühe war umsonst.


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