Stars der Bio-Kiste Die Zucchini

Groß und stark kann sie werden, doch am besten ist sie zart und elegant und in der Blüte ihrer Jugend.

Was viele Kleingärtner an der Zucchini am meisten schätzen, ist, dass sie zum Riesenknüppel werden kann: bis zu zwei Kilo schwer und einen halben Meter lang. In Wahrheit sind solche Rekorde kein Grund zum Feiern, geht doch die pure Produktion von Biomasse auf Kosten des Geschmacks.

Kein Wunder, wenn beim Biss in einen solchen schwammigen Giganten die Frage offen bleibt, was dereinst spanische Seefahrer dazu brachte, die Zucchini aus Mexiko in ihre Heimat zu schaffen. Hält man sich jedoch an die knackigen jungen Früchte mit ihrem zarten Nussaroma, versteht man die Gemüsepioniere bald. Falls nicht, dürfte eine Ratatouille mit Zucchini, Aubergine, Paprika und Tomaten weiterhelfen oder eine Köstlichkeit aus mit Knoblauch, Thymian und Olivenöl im Ofen geschmorten Scheiben der Kürbis-Verwandten.

Die letzten Zweifel zerstreut folgende sommerliche Vorspeise: in rohe, hauchdünn geschnittene Zucchini gewickelte Garnelen, mariniert in Zitronensaft, Olivenöl und frischer Minze. In Italien hängt an den Zucchini meist noch die süßlich schmeckende Blüte. Sie wird in Teig getaucht und frittiert oder gefüllt, zum Beispiel mit Frischkäsecreme. Leider bekommt man sie bei uns nur selten. Das sollte sich ändern. Dringend. Machen Sie sich darum das Prinzip von Angebot und Nachfrage zunutze und verlangen Sie Zucchiniblüten. Eines Tages wird dieses Land Ihnen dankbar sein.

Ruth Hoffmann print

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