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Humaneres Töten: Köchin lässt Hummer kiffen, bevor sie in kochendes Wasser geworfen werden

Die Hummer sollen weniger leiden, wenn sie ins kochende Wasser geworfen werden. Das wünschte sich eine Restaurantbesitzerin mit Lizenz für Marihuana-Anbau. Und da war sie schon, die geniale Idee.

Zwei gegarte Hummer im Kochtopf

Einen lebenden Humer in kochendes Wasser zu werfen, kostet Hobbyköche immer ein wenig Überwindung (Symbolbild)

Wer sich selbst einen Hummer zubereitet, schafft das kaum ohne schlechtes Gewissen. Zu nah ist das direkte Miterleben des Todes eines Tieres, das uns eben noch mit seinen großen, mit dicken Gummibändern zusamengebundenden Scheren durchaus Respekt eingeflößt hat. Als nicht professionelle Köche haben wir normalerweise nichts mit dem Tötungsprozess eines Tieres zu tun, meist verarbeiten wir ohnehin nur Teile von ihnen. Die Ausnahme neben Hummern bilden Meeresfrüchte wie Muscheln, aber die gucken uns wenigstens nicht an. Und Hummer haben sogar noch Stielaugen.

Es sei nur die Luft zwischen Schale und Fleisch heißt es, die dafür sorge, dass ein qiekendes Geräusch entsteht, wenn wir den fast schwarzen Hummer ins kochende Wasser werfen und er sich binnen Sekunden rot färbt. Wer das nicht regelmäßig macht, für den hört es sich an wie ein Schmerzensschrei.

Hummer mit besserem Gewissen essen

Im US-amerikanischen Bundesstaat Maine, sozusagen dem Epizentrum des Hummeressens, hat sich eine Frau Gedanken darum gemacht, die Sechsbeiner auf eine humanere Weise zu töten, wie der "Mount Desert Islander" berichtet. Charlotte Gill, so ihr Name, verarbeitet Hummer und machte mit einem ihrer Schalentiere namens Roscoe ein Experiment. Sie legte ihn für ein paar Minuten in eine abgedeckte Box mit rund fünf Zentimeter Wasser am Boden und blies Marihuana-Rauch in das Wasser. Nach ihrer Ansicht sollte das den Hummer so weit sedieren, dass er seinen Tod weniger traumatisch erleben würde. "Ich fühle mich schlecht", sagte die Betreiberin von Charlotte's Legendary Lobster Pound in Southwest Harbour dem Blatt, "dass es für Hummer, die hierher kommen, keine Exit-Strategie gibt. Dies ist ein einmaliger Ort", sagt sie über ihr Restaurant, "aber letztendlich auf Kosten der kleinen Kreatur. Ich habe mich wirklich bemüht, das zu verbessern."

Nach dem Experiment wurden Roscoe für drei Wochen die Gummis abgenommen, die seine Scheren zusammenhalten. Die Gelassenheit, die er ausstrahlte, schien auf die an deren Tiere im Becken abzufärben. Er schwang seine Scheren nicht mehr wie Waffen. Anschließend wurde Roscoe zurück ins Meer entlassen – als Dank dafür, dass er das Experimentier-Krustentier war. "Ich habe ihn so lange behalten", so Gill, "um sicherzustellen, dass keine unerwünschten Nebenwirkungen auftreten. Die eine Behandlung hatte einen signifikanten Langzeiteffekt."

Das Fleisch schmeckt besser, weil die Tiere nicht gestresst sterben

Nun hat Gill eine zweite Kochstation eingerichtet, wo die Hummer auf Wunsch der Gäste vorher mit Marihuana sediert werden. In der kommenden Saison hofft Gill, die Behandlung bei allen Hummern anwenden zu können, die sie kocht. Auf Wunsch kocht sie die Hummer auch weiterhin nach der traditionellen, unbehandelten Methode. Sie ist sich jedoch sicher, dass der THC-Gehalt des Marihuanas nicht vom Hummerfleisch aufgenommen wird. "Für die neue Zubereitung werden wir die Hummer heißer garen", erklärt sie, "bei 215 Grad Celsius. Die chemische Struktur von THC löst sich bei 200 Grad Celsius auf."

Gill hat die Lizenz, medizinisches Marihuana selbst anzubauen und will es für das Kochen der Hummer nutzen. "Der Geschmacksunterschied ist unglaublich", argumententiert sie. Nicht weil das Fleisch nach Dope schmeckt, sondern weil die Tiere glücklicher sterben. "Alles, was man seinem Körper zuführt, ist Energie", so Gill.

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