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Dieser Wein wird auf dem Meeresgrund gemacht

In Kroatien gibt es ein Weingut, das seine Weine auf dem Meeresgrund reifen lässt. Das hat einen ganz einfachen Grund. Das Meer ist die optimale Kühlkammer.

In Käfigen werden die Flaschen auf den Meeresgrund gelassen und mit Schlössern fixiert, dadurch sind sie vor Dieben geschützt

In Käfigen werden die Flaschen auf den Meeresgrund gelassen und mit Schlössern fixiert, dadurch sind sie vor Dieben geschützt

Auf der kroatischen Halbinsel Peljesac wird gemacht – und zwar unter dem Meer. Es klingt skurril, ist aber alltägliche Praxis im Weingut Edivo Vina. Besucher können sogar mit Taucherausrüstung auf die Suche nach den verborgenen Unterwasser-Flaschen gehen.


Das Weingut wird von Ivo und Anto Segovic und Edi Bajurin geführt. Ihre Weine reifen drei Monate, bevor sie in einem Tonkrug, besser bekannt als Amphore, 18 bis 25 Meter unterm Meer gelagert werden. Für mindestens ein, aber eher zwei Jahre lagert der Wein dann am Meeresgrund. Man geht davon aus, dass die Amphore dem Wein eine spezifische Kiefernholznote gibt. Die Besitzer des Weinguts sind außerdem davon überzeugt, dass der Wein weder an Qualität, Farbe oder Aroma mit dieser Methode verliert.

Wein unter Wasser

Geschützt werden die Flaschen im Inneren mit Kork und zwei Gummischichten. Mehrere Amphoren werden in Käfigen mit Schlössern fixiert und ins Meer gelassen. So ist der Wein vor Dieben geschützt. Zudem gibt es auch reine Weinflaschen, die in der Adria reifen. Ein gesunkenes Boot dient dabei als "Weinkeller" für einige wenige Tröpfchen. Es hält die Amphoren und Weinflaschen für 700 Tage bei einer konstanten Temperatur zwischen 15 und 17 Grad kühl.

Die Amphoren sind nach zwei Jahren von Schnecken, Muscheln und Algen umhüllt

Die Amphoren sind nach zwei Jahren von Schnecken, Muscheln und Algen umhüllt

Schnäppchen sind die Flaschen übrigens nicht. Für eine Flasche, die im Meer gereift ist, muss man bis zu 75 Euro hinblättern. Eine Flasche in der Amphore kriegt man im Internet für etwa 300 Euro.

Vor fünf Jahren kam den Besitzern des die Idee, Wein unter Wasser zu lagern. Das Meer bietet optimale und vor allem natürliche Bedingungen, Wein zu kühlen. Die Ruhe, die Unterwasser gewährleistet ist, soll die Qualität des Weins zudem verbessern. Den Wein in der Amphore öffnet man wie eine gewöhnliche Flasche Wein. Man muss nur aufpassen, dass der Schmutz des Tonkrugs nicht in den Wein gelangt. Wenn er dann geöffnet ist, sollte er ein bisschen Atmen. Schließlich lag er einige Zeit unter dem Meer.

Was hinzukommt: Die Weine in den Amphoren sind nett anzusehen und ein schönes Mitbringsel aus dem Urlaub.


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