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Kaufberatung: Zehn Antworten zu Kaffeevollautomaten

Kaffeevollautomaten sind die teuerste Art einen Kaffee zuzubereiten. Teuer in der Anschaffung und im Betrieb. Doch die Lust auf den Luxus einer Kaffee-Spezialität auf Knopfdruck lockt immer mehr Deutsche. Zehn Tipps für den Kauf eines Vollautomaten.

Kaffeevollautomat Stiftung Warentest

Den besten Kaffee brüht ...

Getty Images

Welcher Vollautomat passt zu mir?

Die alles entscheidende Frage beim Kauf eines Vollautomaten ist: Welche Kaffeespezialität trinke ich am meisten? Espresso? Latte Macchiato? Oder meist einen normalen Milchkaffee mit Milchschaum? Außerdem: Welche Mengen trinke ich? Die erste Frage bestimmt die Ausstattungsmerkmale der Maschine, die zweite Frage die Qualität der verwendeten Bauteile. Zusammen bestimmen beide Fragen den Preis. Wer nur gelegentlich einen Espresso trinkt, benötigt keinen Automaten für 1400 Euro. Wer beim Latte Macchiato auf eine saubere Trennung von Milch, Espresso und Milchschaum steht, sollte sich mit schon eher mit dieser Preisregion anfreunden. Auf jeden Fall kann der Verkäufer anhand der Antwort auf diese beiden Fragen gezielter aus dem Angebot auswählen.

Welche Ausstattung benötige ich?

Generell gilt: Je mehr die Maschine kann, desto teurer ist sie. Den Geschmack des Kaffees beeinflusst die Ausstattung jedoch nicht unbedingt. Günstige Vollautomaten können einen ebenso leckeren Espresso oder Cappuccino herstellen wie teure. Die teuren Maschinen sind aus höherwertigen Materialien gebaut und bieten mehr Komfort. So können zum Beispiel manche Maschinen neben ganzen Bohnen auch mit Kaffeemehl verarbeiten. Bei anderen lässt sich das Verhältnis Kaffee, Milch und Milchschaum sehr genau regeln und in Benutzerprofilen abspeichern. Oder es lassen sich zehn Espresso nacheinander in eine Thermoskanne abfüllen. Manche können auch zwei Cappuccino gleichzeitig zubereiten. Die Ausstattung sollte zu den favorisierten Kaffeespezialitäten passen. Wer nur Espresso liebt, ist bei einem Vollautomaten sogar falsch. Nur ganz wenige Automaten bringen eine echte Espresso-Emulsion zustande, also die Verbindung von Wasser und Kaffeeölen. Das ist die Spezialität von Espressomaschinen.

Was ist eine Brühgruppe?

Herzstück eines jeden Vollautomaten ist die Brüheinheit oder Brühgruppe. Sie portioniert den Kaffee, presst ihn im Filter zusammen und lässt anschließend das heiße Wasser durchzischen. Je mehr Kaffeemehl die Brühgruppe auf einmal fassen kann, desto stärker kann der Kaffee aufgebrüht werden. Oder es lassen sich zwei Tassen Kaffee gleichzeitig zubereiten.

Was ist besser: Handreinigung oder Automatik?

Kaffeevollautomaten verarbeiten Lebensmittel, die sensibel sind und auf deren Resten sich alle möglichen Lebensmittel sehr wohl fühlen. Gegorene Milch, ranzige Kaffeeöle und Kalk aus dem Wasser. Regelmäßiges Reinigen ist daher Pflicht. Die Maschine sollte über ein Reinigungsprogramm verfügen, das die Brühgruppe mit 80 Grad heißem Wasser und einem speziellen Reinigungsmittel von den hartnäckigen Kaffeefetten und vom Kalk befreit. Bei manchen Maschinen lässt sich die Brühgruppe ausbauen und so von Hand reinigen. Für die Wartung ist das ein Vorteil. Sauberer als die Automatik muss das nicht sein. Kaffeefette lösen sich erst ab einer Wassertemperatur von 60 Grad. Das Heißwasser aus dem Wasserhahn ist meist deutlich kälter. Auch die Milchdüse zum Aufschäumen der Milch sollte sich leicht abnehmen und reinigen lassen. Gleiches gilt für das Mahlwerk, in dem die ganzen Kaffeebohnen portionsweise gemahlen werden. Die Öle in der Kaffeebohne erhitzen sich im Mahlwerk und verkleben es mit der Zeit. Ein perfekter Nährboden für alles, was man sicher nicht in seinem Kaffee haben möchte.

Ganze Bohne oder Kaffeemehl oder beides?

Kaffeevollautomaten sind in erster Linie auf die Verarbeitung ganzer Bohnen ausgelegt. Einige können jedoch auch mit Kaffeemehl umgehen und sind dadurch in der Kaffeezubereitung noch flexibler. Auch wenn Deutschland ein Land des gemahlenen Filterkaffees ist, steigt das Angebot an vakuumverpackten ganzen Bohnen stetig. Meist werden die Bohnen in ein-Kilo-Tüten angeboten. Zu viel für Kaffeesorten, die nur gelegentlich verwendet werden, zum Beispiel wenn der Besuch nur Schonkaffee oder Koffeinfreien verträgt. Die Röstung der ganzen Bohnen sollte auf Vollautomaten abgestimmt sein.

Wie kann ich Energiesparen?

Wasser auf 90 Grad erhitzen, Tassen vorwärmen und Kaffee mahlen – Kaffeevollautomaten sind kleine Energiefresser. Nach Messungen der Deutschen Energieagentur verbraucht ein Vollautomat bei normaler Nutzung in einem Privathaushalt rund 34 Euro Strom pro Jahr. Maschinen mit Energiesparfunktionen wie automatischer Abschaltung, vollständiger Trennung vom Stromnetz beim Ausschalten liegen bis zu elf Euro darunter.

Thermoblock oder Boiler?

Kaffeevollautomaten müssen zwei Dinge wirklich gut beherrschen: Für das Brühen Wasser auf etwa 90 Grad erhitzen und zum Milchaufschäumen ordentlich Dampf erzeugen. Je nach Modell passiert das in einem Boiler oder in einem sogenannten Thermoblock, der wie ein Durchlauferhitzer funktioniert. Welche Technik besser ist, gehört für einen privaten Vollautomaten in die Kategorie Glaubensfrage. Der Thermoblock ist für den Gelegenheitsgebrauch meist besser geeignet. Da ein Boiler zunächst einige Minuten vorgeheizt werden muss, ehe genügend heißes Wasser und Dampf zur Verfügung steht. Mit einem Thermoblock kann das Kaffeekochen sofort losgehen.

Wohin mit der Milch?

Die Milch in der Maschine sollte stets frisch und kühl sein. Bei den günstigen Maschinen wird die Milch direkt aus dem Tetrapack gesaugt und mit heißem Dampf aufgeschäumt. Die besseren Modelle verfügen über eigene Milchbehälter. Da Milch lichtempfindlich ist, sollten durchsichtige Behälter getöntem Material bestehen. Da der Milchschaum am besten mit kalter H-Milch gelingt. Ist die beste Lösung ein Thermobehälter, die die Milch aktiv kühlt oder isoliert und bereits kalte Milch für Stunden kühl hält.

Brauche ich unbedingt Wasserfilter?

Die Wasserqualität in Deutschland ist zwar durchweg gut, der Härtegrad regional jedoch sehr unterschiedlich. Abgelagerter Kalk ist der größte Feind eines Vollautomaten. Eingebaute Wasserfilter reduzieren die Gefahr der Verkalkung erheblich. Zudem machen Sie das Wasser weicher, was den Geschmack des Kaffees zu Gute kommt. Die Filterkartusche muss etwa alle drei Monate ausgetauscht werden.

Ist das Design wichtig?

Die Automaten sind mitunter raumgreifende Gesellen in der Küche. Sie sollten daher dort auch optisch eine gute Figur machen. Mit einem guten Automaten, der sich wie ein Fremdkörper in der Küche ausnimmt, wird kein Besitzer wirklich glücklich. Die Auswahl ist mittlerweile sehr vielfältig. Zur Vorbereitung des Kaufs lohnt immer ein Blick auf das Gesamtangebot der Hersteller. Nicht jedes Gerät wird im Geschäft stehen. Die wichtigsten Hersteller sind: AEG, Bosch, Philips, Solac, Philips-Saceo, Jura, Gorenie, Delonghi, WMF, Melitta, Gaggia, Siemens, Krups, Spidem und Solis.


Hier finden Sie einen Vergleich von Kaffeevollautomaten auf stern.de.

Henry Lübberstedt
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