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Saft anstelle von Wodka-Shots: Warum junge Erwachsene nicht mehr betrunken sein wollen

Es ist der neueste Trend: nüchtern sein. Zumindest unter US-Amerikanern. Die treffen sich nicht mehr zum Saufen in Kneipen, sondern zum Safttrinken im Saftladen.

Saft

Sie trinken lieber Saft als Alkohol? Dann liegen Sie voll im Trend

Sie haben keine Lust mehr auf Fusel, auf durchzechte Nächte und dicke Köpfe am nächsten Tag. Sie sind junge amerikanische Erwachsene, die eins favorisieren: Klarheit. Deshalb treffen sie sich zu sogenannten juice crawls. Das sind monatlich stattfindende Events, bei denen man Barhopping betreibt und Shots trinkt. Diese Bars sehen aber nicht aus wie gewöhnliche Kneipen und auch die Shots enthalten weder Wodka noch Tequila. Es handelt sich um sogenannte Saftläden, die "Shots" wie "The Mother F****** Fireball" heißen und aus Orangensaft mit Cayenne-Pfeffer, Ingwer und Oregano-Öl bestehen.

Der "Guardian" beschreibt eine Generation, die unter 35 Jahre alt ist und die keinen sozialen Selbstmord darin sieht, nüchtern auf Partys zu erscheinen. Im Gegenteil. Bei den "Saftbefürwortern" handelt es sich auch nicht um Mitglieder der Anonymen Alkoholiker, sondern um Menschen, die gern ausgehen – in alkoholfreie Bars und auf Tanz-Partys. Eine Gruppe aus New York City, die sich "Sober Social Network", also nüchternes soziales Netzwerk nennt, organisiert diese alkoholfreien Events. 

Heute ist es cool, Saft zu trinken und nüchtern zu bleiben

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Wer früher Nein zum Bier oder Glas Wein sagte, galt als spießig. Keine Party ohne Vollrausch. Nicht ohne Grund haben sich Wörter wie "binge drinking", trinken bis zur Besinnungslosigkeit, etabliert. Eine kürzlich erschienene Studie der "Heineken Company" bestätigt jedoch, dass etwa 75 Prozent der jungen Erwachsenen mittlerweile ihren Alkoholkonsum kontrollieren und nur noch in Maßen trinken. Ein Trend weg vom gefährlichen binge drinking.

Die Teilnehmer der alkoholfreien Events haben verschiedene Beweggründe, nüchtern zu bleiben. Den meisten geht es darum, echte Beziehungen führen zu können – ohne vom Alkohol benebelt zu sein. Andere wollen sich einfach nur auf den Tag konzentrieren und ihn genießen. Außerdem geht es der "Generation nüchtern" um Klarheit. Ein 35-jähriger Schriftsteller beispielsweise sagt dem "Guardian" gegenüber, dass er jeden Morgen mit einem klaren Kopf aufwachen möchte, damit er schreiben könne. Er trinke seit mehreren Monaten nicht mehr.

Es gehe den jungen Leuten um Achtsamkeit gegenüber des eigenen Körpers, erklärt ein Psychologe der britischen Zeitung. Ein gesunder Lifestyle sei einfach im Trend. Um Stress vorzubeugen meditiert man heute oder macht Yoga, anstatt sich sinnlos zu betrinken. "Clean living" und auch "clean eating" sind in der heutigen Zeit Schlüsselwörter und auch eine Art neue Religion.

 

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